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Volume Heft 2

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue39.2005 (Rights reserved)

THEMEN Digitale Bibliothek Begründung abgelehnt, dass die daraus resultierenden Konsequenzen noch nicht abgeschätzt werden können und eine solche Maßnahme die bestehen- den Programme von EMBO gefährden würde. EMBO's Ziel ist es, den Mit- gliedern und nicht den Propagandisten zuzuhören. Gannon stellte die Unter- stützung von EMBO für das Open-Access-Modell in Aussicht, sobald ein sol- cher Paradigmenwechsel kein unkalkulierbares Risiko mehr mit sich bringe. Jan Velterop (Director and Publisher, BioMedCentral Group, London) beziffer- te in seinem Vortrag ,,BioMedCentral: a commercial basis for Open Access Publishing" die Kosten für das wissenschaftliche Publikationswesen mit 7 Mil- liarden USD; durch eine kleine Modifikation im Fluss dieser Mittel könnte OA für alle erreicht werden. OA liegt im Zeitgeist; die Veröffentlichung von Zeit- schriftenartikeln wird mehr und mehr als Teil der Forschungskosten gesehen. Allerdings bestehen auch Ängste, etwa hinsichtlich der Praktikabilität von OA, der aktuellen Profite, der Qualität oder dem Copyright von OA-Publikationen. Velterop nannte auch Hürden für OA, etwa die Free-riders-Problematik, den derzeit vielfach fehlenden bzw. geringen Impact Factor oder die neuen Zah- lungsmodalitäten. Obwohl der Ansatz einer Bearbeitungsgebühr pro Artikel zwar logisch sei, zahlen Autoren bei BioMedCentral nur im Fall einer Publika- tion, was wiederum aus psychologischen Gründen richtig sei. Michael Mabe (Elsevier Director of Academic Relations, London) kam als ers- ter der zwei eingeladenen Vertreter von kommerziellen Firmen zu Wort, die für das etablierte Publikationssystem stehen. In seinem Vortrag ,,Commercial STM publishing and Open Access" bezeichnete er OA als Philosophie, die ge- tragen wird von einer unsicheren Hoffnung, von einem dubiosen Geschäfts- modell und dem Glauben in eine von der elektronischen Version dominierte Zeitschriftenkostenbasis. Artikel in Open-Access-Zeitschriften würden zwar früher, aber in Summe nicht öfter als Beiträge in traditionellen Zeitschriften zitiert werden. In Experimenten mit der freien Zugänglichkeit älterer Zeitschrif- tenhefte bei OUP42 hätte sich gezeigt, dass bei einer Freigabe der Beiträge nach sechs Monaten 6% der Subskriptionen abbestellt wurden, während bei einer Freigabe der Beiträge nach 12 Monaten 3% der Subskriptionen storniert wurden. Wenn Autoren nicht über Mittel zur Finanzierung der Kosten ihres Ar- tikels verfügen, würde der Artikel in einem von Open Access dominierten Pub- likationssystem nicht publiziert. Zuletzt wies Mabe auf Ergebnisse in zwei ak- tuellen Studien über Open Access, der 2003/04 durchgeführten internationa- 43 len Ciber Study sowie eine von Elsevier in Auftrag gegebene und 2004 durchgeführte Studie hin. 42 http://www.oup.co.uk/ 43 http://www.publishers.org.uk/paweb/paweb.nsf/0 /b93e724b16fbc7f880256ea9003b77ae/$FILE/ciber-pa-report.pdf 212 BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 2
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