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Volume Heft 2

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue39.2005 (Rights reserved)

Digitale Bibliothek THEMEN bringen und damit den grünen Weg zu unterstützen. Demzufolge sind laut Harnad folgende zwei Strategien in Richtung OA zu verfolgen: · BOAI-2 / OA Publishing (OApub): Es gelte, die Autoren von 2,5 Mio. Arti- keln pro Jahr zu überzeugen, in OA-Zeitschriften zu publizieren und nicht in Zeitschriften kommerzieller Verlage. · BOAI-1 / OA Self-Archiving (OAarch): Solange der goldene Weg ­ der Pa- radigmenwechsel zu OA-Zeitschriften ­ nicht oder nicht vollständig reali- siert werden kann, sei es wichtig, die Autoren von 2,5 Mio. Artikeln pro Jahr zu überzeugen, ihre Arbeiten in institutionelle OA-Repositorien einzu- bringen. Donald W. King (University of Pittsburgh, School of Information Sciences), dessen Vortrag dem Thema ,,Who is Going to pay for Open Access Publish- ing?" gewidmet war, brachte interessante Details aus US-Studien zum Pub- likationswesen. · Während je nach Verlag Publikationskosten in Höhe von 300 bis 8.000 USD verrechnet werden, haben detaillierte Studien Kosten zwischen 2.000 und 4.000 USD pro Artikel ermittelt. · Ein wichtiger Parameter in diesem Zusammenhang ist die Auflagenhöhe einer Zeitschrift. Kostet die Produktion einer Zeitschrift mit 500 Subskri- benten 900 USD pro Abonnement, so reduziert sich dieser Wert bei 10.000 Subskribenten auf ca. 50 USD. · Während in den USA 75% der publizierten Artikel von Wissenschaftern an Universitäten geschrieben werden, erfolgt nur 25% des Lesens an den Universitäten; demnach finden 75% des Lesens ­ und damit ein enormer Nutzen ­ anderswo statt! · In Untersuchungen wurde ermittelt, dass jeder veröffentlichte Artikel im Durchschnitt ca. 1.000-mal gelesen wird. Während Wissenschafter an Universitäten ca. 200 Artikel pro Jahr lesen, liegt dieser Wert bei nichtuni- versitären Wissenschaftern bei ca. 120 Artikel pro Jahr. Für Mediziner ist diese Zahl höher einzuschätzen. Im Durchschnitt verbringen Wissenschaf- ter ca. 120 Stunden pro Jahr mit dem Lesen von Publikationen. Die Kos- ten für die Zeit, die Wissenschafter für das Lesen investieren sind ca. 10mal höher als die Publikationskosten. Rechnet man die Kosten für das Publizieren und für die Bibliotheken, so ist der Kostenfaktor für das Lesen noch immer 5mal höher zu veranschlagen! · Die Kosten für die unnötige Wiederholung von Forschungen, die es zu vermeiden gilt, sowie andere Kosten sind zumindest 50mal höher als die reinen Publikationskosten anzusetzen. Abschließend wies King darauf hin, dass ein wichtiger Aspekt der Nutzung von Zeitschriften nicht (nur) im Zitieren, sondern auch im Lesen liegt. BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 2 209
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