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Volume Heft 12

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 39.2005 (Rights reserved)

NOTIZEN mar Jank vor über 10 Jahren an die Schlagwortnormdatei stellte. 20 Auch die von der Bundesregierung eingeleitete Gender-Mainstreaming-Politik erreicht langsam einzelne Bibliotheken und macht sichtbar, was unbeachtet blieb und wo Instrumente fehlen. Auf diesem Gebiet können die traditionellen Bibliothe- ken von den Erfahrungen der Fraueninformationseinrichtungen profitieren, weshalb die Kontakte verstärkt werden müssen. Eine direkte Zusammenarbeit bei Projekten wäre wünschenswert; gute Erfahrungen gibt es z.B. bereits mit der Zeitschriftendatenbank (ZDB), in die zahlreiche i.d.a.-Einrichtungen ihre Zeitschriftenbestände einspeisen. Notwendig ist vor allem, den Gender-Blick bei der Überarbeitung von (leider regionalen) Klassifikations-systemen zu be- achten und für diese Arbeit Spezialistinnen der Frauen- informationseinrichtungen und der Frauen- und Geschlechterforschung ein- zuladen. Unter diesem Aspekt wurde auf dem Abschlussplenum der Tagung beschlossen, die Arbeit an den Thesauri wieder aufzunehmen. Analog der Zu- sammenarbeit in der ZDB wäre auch es auch ein Vorteil für die NutzerInnen, wenn die existierenden frauenspezifischen Datenbanken in den (regionalen) Verbünden recherchierbar wären. Leider scheitert das nicht nur an der teilwei- se genutzten unmodernen Software und Technik, sondern auch an den jährli- chen Gebühren, die die Einrichtungen zu zahlen hätten und vor allem an den fehlenden personellen Ressourcen. Leider ist es ein Spezifikum von Fraueninformationseinrichtungen, dass ca. die Hälfte der Mitarbeiterinnen ehrenamtlich arbeiten und die absolute Mehr- heit unter ihrem Qualifikationsniveau bezahlt werden, wenn sie denn Stellen haben. Im Zeitalter der elektronischen Medien sind viele der Frauenarchive und -bibliotheken zwar mit ihren eigenen Internetseiten und Online-Katalogen sichtbar, aber trotzdem immer noch zu wenig in der wissenschaftlichen Öf- fentlichkeit bekannt. Deshalb beriet eine Arbeitsgruppe zur Öffentlichkeitsar- beit über dringende Kooperationen mit neuen Zielgruppen wie z.B. Erstse- mester und Lehrende an den Hochschulen, LehrerInnennetzwerke und Biblio- thekarInnen, aber auch mit den Berufsverbänden und regionalen Verbünden. Vor allem aber müssen die Fraueninformationseinrichtungen erhalten werden! Deshalb wird der Dachverband i.d.a. auch weiterhin in politischen Netzwerken für die Anerkennung seiner Arbeit kämpfen. Für das nächste Treffen ist eine Plenumsveranstaltung geplant, die Auswege aus dem Dilemma zwischen Existenzsicherung, Professionalisierung und dem persönlichen Input von See- le und Arbeitskraft bis hin zur Selbstausbeutung weiter diskutiert. Um unsere professionelle Arbeit fortzusetzen, müssen die Fraueninformationseinrichtun- 20 Jank, Dagmar: Die Nicht-Gleichbehandlung von Frauen und Männern in der Schlag- wortnormdatei ­ ein offener Brief. In: BIBLIOTHEKSDIENST, Berlin 25 (1991), H. 9, S. 1418­1421 BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 12 1639
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