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Volume Heft 12

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue39.2005 (Rights reserved)

Altes Buch THEMEN die Bestandserhaltung zu forcieren, da das Problem sonst in Kürze nicht mehr beherrschbar sein wird. Die Bemühungen der Archivare und Bibliothekare führten Ende der 1980er Jahre zur Gründung der Bund-Länder-Arbeitsgruppe ,,Papierzerfall", die ihren Bericht am 15. Juni 1992 vorlegte. Dieser Bericht wurde zur Grundlage der Empfehlungen der Kultusministerkonferenz zur Erhaltung der vom Papierzer- fall bedrohten Bibliotheksbestände vom 8. Oktober 1993 und der Empfehlun- gen zur Erhaltung der vom Papierzerfall bedrohten Archivbestände vom 17. Februar 1995. Die Aktivitäten waren auch in Berlin nicht unbeachtet geblieben und schon 1993 wurde eine Arbeitsgruppe unter Federführung des damaligen stellvertretenden Generaldirektors der Staatsbibliothek zu Berlin, Dr. Günter Baron, zur Erstellung einer Konzeption zur Erhaltung der vom Papierzerfall bedrohten Bestände in Berliner Bibliotheken und Archiven gebildet. Diese Arbeitsgruppe legte im Feb- ruar 1996 ihr Abschlusspapier vor, 1 in dem nicht nur der Umfang der Schäden beziffert wurde, sondern auch präventive Maßnahmen zu deren Vermeidung und Maßnahmen zur konservatorischen und restauratorischen Behandlung geschä- digter Bestände nebst Kostenschätzung aufgeführt waren. Die Konzeption er- regte in der Öffentlichkeit u. a. viel Aufsehen, weil sie über Institutionsgrenzen hinaus und unabhängig von den jeweiligen Aufgabenprofilen von Archiven und Bibliotheken als kooperatives Programm erarbeitet worden war. In der Konzeption wurde festgestellt, dass der Schädigungsgrad der in Berli- ner Archiven und Bibliotheken verwahrten Unterlagen 1996 bei 40% lag. Da- mals waren also schon ca. 5 Million Bände in den Bibliotheken und ca. 13 lau- fende km Akten in den Archiven betroffen. Es wurde empfohlen, alle in den großen Berliner Bibliotheken vorhandenen Buch- und Zeitschriftenbestände in einem Exemplar durch Massenentsäuerung oder Mikroverfilmung dauerhaft zu erhalten und diese Empfehlung auf besondere Sammlungen und ausge- wählte Bestandssegmente von besonderem wissenschaftlichem Wert (Pflicht- exemplare oder Berolinensiensammlung) zu erweitern. Um Doppelarbeiten zu vermeiden wurde die Schaffung eines zentralen elekt- ronischen Bibliothekskatalogs sowie die Meldung und Nutzung des (deut- schen) Registers zum Nachweis verfilmter Bibliotheksbestände (GEROMM) vorgeschlagen. Für die betroffenen Archivbestände wurde wegen des Unikatcharakters die Mikroverfilmung aller Bestände resp. zusätzliche Massenentsäuerung für be- sondere Materialien gefordert. 2 Konzeption zur Erhaltung der vom Papierzerfall bedrohten Bestände in Berliner Bib- liotheken und Archiven. ­ Ein kooperatives Programm. Berlin, Februar 1996. BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 12 1559
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