Path:
Volume Heft 4

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 39.2005 (Rights reserved)

THEMEN Informationsvermittlung Man könnte einen behavioristischen Ansatz pflegen. Fähigkeiten werden ent- wickelt, indem man handelt. Recherchieren lernt man, indem man recher- chiert. Schreiben lernt man, indem man schreibt. Erfahrungen, die man beim Handeln sammelt, beeinflussen das zukünftige Handeln. Die Formel lautet: do ­ reflect ­ apply (tun ­ reflektieren ­ anwenden). Wendet man dieses Modell auf die Zielgruppe Studierende an, könnte man z.B. zu drei bibliotheks- pädagogischen Überlegungen gelangen: 1. Die Recherche nach Literatur wird innerhalb unterschiedlicher Lehrveran- staltungen der Hochschule automatisch trainiert, weil die Studierenden Vorträge, Hausarbeiten usw. erarbeiten müssen. Die Bibliothek kann be- gleitende Selbstlernmaterialien einsetzen, die den Prozess ,,reflect" bei den Studierenden unterstützen, sodass die Studierenden bei der nächsten Recherche die neuen Erkenntnisse in die Recherche einfließen lassen. 2. Die Recherche nach Literatur könnte beispielhaft in einer bibliothekspäda- gogischen Einzelveranstaltung simuliert werden. Die Veranstaltungsteil- nehmer erhalten ein Thema oder wählen selbst ein solches. Zunächst re- cherchieren die Teilnehmer ( = do). Dann folgen die Reflektionsphase und die Anwendungsphase. In der Anwendungsphase werden die in der Re- flektionsphase gewonnenen Erkenntnisse eingebracht. 3. Die Bibliothek könnte eine Veranstaltung durchführen, in der auf die Phase ,,do" verzichtet wird, da ja die Studierenden bereits während ihres Studi- ums Erfahrungen mit der Literaturrecherche gesammelt haben. Somit könnte man in der Veranstaltung gleich mit der Phase ,,reflect" beginnen. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass die pädagogische Arbeit in allen Biblio- theken phantasiereicher und vielfältiger wird und dass Bibliotheken biblio- thekspädagogische Abteilungen gründen, zumindest einen Mitarbeiter bestimmen, der sich auf die pädagogische Arbeit spezialisieren kann. Ich wünsche mir auch, dass wissenschaftliche und öffentliche Bibliotheken unter- einander Bildungskooperationen eingehen. Und ich hoffe sehr, dass es mir gelungen ist, zu zeigen, dass Bibliothekspädagogik ein pädagogisches Hand- lungskonzept für und in Bibliotheken ist, somit nicht mit Informations- kompetenztrainings oder anderen pädagogischen Teilaspekten verwechselt werden darf. Bibliothekspädagogik ist auch kein Ersatzbegriff oder Synonym für Benutzerschulung, Informationskompetenz oder Bibliotheksdidaktik. 1488 BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 11
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.