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Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue39.2005 (Rights reserved)

Informationsvermittlung THEMEN Die von der BID genannten Werte gehören zu jenen, die es Menschen möglich machen, demokratisch und friedlich zusammenzuleben. Da Demokratie und Frieden nicht statische Zustände sind, sondern stets im jeweiligen Moment, in dem Individuen interagieren, entstehen, gilt es Menschen für die Möglichkeit des fairen Miteinanders zu interessieren und darauf vorzubereiten. Die Bibliothekspädagogik will Individuen, die als Menschen gleich und auf- grund ihrer genetischen Dispositionen, ihrer Erfahrungen, ihrer Herkunft und ihrer Sozialisation verschieden, das meint: einzigartig, sind, darin unterstützen, · sich Fakten und Informationen anzueignen, · Wissen zu erwerben und zu konstruieren, · zu schreiben, zu lesen, zu recherchieren, zu vergleichen, zu überprüfen und andere geistige Arbeitstechniken zu beherrschen, · sich ihren Interessen gemäß frei zu entfalten und · Werte zu diskutieren, zu vergleichen, abzuwägen und anzueignen oder abzulehnen. Die Bibliothekspädagogik will Anregungen schaffen und verschiedene Inhalte ins Bewusstsein rufen. Dabei will sie verschiedene Sichtweisen berücksichti- gen. Insofern geht es darum, die Teilnahme an Diskursen zu ermöglichen. Paul Bélangers Aufsatz ,,Neue Visionen des lebenslangen Lernens" ist ein Beispiel dafür, dass diese Ideen nicht nur im Bibliothekswesen diskutiert wer- den.15 Paul Bélanger bezieht sich auf die Arbeit von Museen und formuliert zugleich allgemeine, gesellschaftliche Lernziele: ,,In den heutigen pluralistischen Gesellschaften mit vielfältigen Wertesyste- men, multiethnischer Identität, Sprachen- und Orientierungsvielfalt im privaten und öffentlichen Leben beinhaltet das Grundziel der Demokratie nicht nur eine erhöhte Gleichberechtigung, sondern auch die Anerkennung des Andersarti- gen. Auf eine Art sind alle Bürger gleich und genießen die gleichen Sozial- und Bildungsrechte, andererseits sind alle unterschiedlich und haben dies- bezüglich neue und wichtige kulturelle Ansprüche. Die größte Herausforde- rung besteht darin, diese beiden Ziele, Gleichberechtigung und Anerkennung des Anderen, zusammen zu bringen[!]. Es ist das Dilemma der Demokratie, einerseits die Anerkennung der Unterschiede und andererseits die universelle Gleichheit der Menschen zu wollen. Die Gemeinschaft der ,Anderen' braucht Platz, Möglichkeiten und Ressourcen, um einen Dialog auf der Basis der eige- 15 vgl.: Bélanger, Paul: Neue Visionen des lebenslangen Lernens. ­ In: John, Hartmut (Hrsg.) ; Thinesse-Demel, Jutta (Hrsg.): Lernort Museum ­ neu verortet! : Ressourcen für soziale Integration und individuelle Entwicklung ; ein europäisches Praxishand- buch. Bielefeld : Transcript-Verl., 2004, S. [30]­38 BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 11 1471
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