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Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 39.2005 (Rights reserved)

Informationsvermittlung THEMEN eines Begriffs. Als diesen Begriff möchte ich Bibliothekspädagogik vorschla- gen, weil ich der Ansicht bin, dass damit alle pädagogischen Aktivitäten von Bibliotheken (z.B. Katalogeinführungen, Didaktisierung von Internetseiten, Entwicklung von Point-of-use-Hilfen, Informationskompetenztrainings, Bilder- buchkino, Bibliotheksrallyes, Mitarbeit in Propädeutiken) als pädagogisches Handeln in Bibliotheken beschreibbar werden. Bibliothekspädagogik ist Theorie und Praxis des pädagogischen Handelns in Bibliotheken. Wer handelt in Bezug auf wen? Bibliothekare handeln in Bezug auf Biblio- theksbesucher sowie aktive, passive und Nicht- bzw. Noch-nicht-Bibliotheks- nutzer. Aus diesem Grunde ist der Begriff ,,Benutzerschulung" nicht geeignet, um mein Anliegen adäquat widerzuspiegeln, weil man unter einem Benutzer nur jemanden versteht, der die Bibliothek mit ihren Serviceangeboten auch tat- sächlich nutzt und sich somit entschieden hat, Benutzer der Bibliothek zu sein. Personen, die diese Entscheidung noch gar nicht gefällt haben, und Per- sonen, die die bibliothekstypischen Bibliotheksangebote (Ausleihe, Fernleihe, Information, Arbeiten im Lesesaal) gar nicht nutzen wollen, sondern nur eine Ausstellung in der Bibliothek anschauen oder ein anderes Event in der Biblio- thek besuchen, bleiben bei diesem Begriff unberücksichtigt. Schulung wie- derum intendiert Veranstaltung, formelles Lernen, lernen müssen, um die Bib- liothek überhaupt benutzen zu können: Benutzer werden geschult, sollen sich schulen lassen. Informelles Lernen, das man als freiwilliges Lernen bezeich- nen kann, bei dem der Lernende selbst entscheidet, was, wie, wo, wann, womit und wie viel er lernen will, wird meines Erachtens im Begriff Benutzer- schulung gar nicht erst widergespiegelt. Von der Benutzerschulung zur Bibliothekspädagogik Der Artikel ,,Die Stadtbücherei Stuttgart ­ Lernbegleiter für Schüler und Bil- dungspartner der Schulen" von Elke Brünle und Karin Rösler ist ein Beleg da- für, dass in Bibliotheken ein Wechsel von der Benutzerschulung hin zu einer Bibliothekspädagogik möglich ist.6 Beide Autorinnen nennen nicht die Schu- lung von Benutzern als Kernaufgabe pädagogischen Handelns in Bibliothe- ken, sondern ,,die Förderung der Sprach-, Lese- und Medienkompetenz wie 7 auch die Vermittlung von Lerntechniken und Informationserwerbsstrategien" . 6 vgl.: Brünle, Elke ; Rösler, Karin: Die Stadtbücherei Stuttgart ­ Lernbegleiter für Schüler und Bildungspartner der Schulen : Selbstverständnis, Bestandsaufnahme und Ausblick. ­ In: Bibliothek : Forschung und Praxis. 29 (2005), Nr. 1, S. 109­115 7 a. a. O., S. 110 BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 11 1467
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