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Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 39.2005 (Rights reserved)

Informationsvermittlung THEMEN Chance wahrgenommen worden, um sich curricular, vernetzt, arbeitsteilig, die eigene Spezifik ausnutzend und als ergänzendes Angebot (Bildungsservice) den Hauptbildungsträgern Elternhaus, Kindergarten, Schule, Hochschule und Erwachsenenbildungseinrichtungen anzudienen. Einzelne Ideen sind natürlich realisiert worden, doch eine Gesamtbildungsidee ,,Bibliothekswesen", insbe- sondere eine curriculare, ist in Deutschland bis heute nicht umgesetzt wor- den. Ebenso ist die Vielfalt an museums- und theaterpädagogischen Ansätzen unberücksichtigt geblieben, obwohl man Ideen und Arbeitsweisen dieser Be- reiche hätte kritisch betrachten können, um zu prüfen, was sich davon auf Bibliotheken übertragen und in Bibliotheken integrieren lässt. Bibliotheken als Orte quellenbasierten Lernens ­ Bibliotheken als Lernort Bibliotheken sind Orte quellenbasierten Lernens3. Bibliotheken können diese Art des Lernens erleichtern und unterstützen und die Lernleistungen von Kin- dern, Jugendlichen und Erwachsenen erhöhen. Barrieren, die daran hindern, die Bibliothek als Lernort zu nutzen, sollten weiter abgebaut werden. Nutzer- orientierte Öffnungszeiten, behindertengerechte Arbeitsplätze, klare Leit- und Wegesysteme, übersichtliche Webseiten, leicht zu nutzende Rechercheinstru- mente, Respekt vor der Verschiedenheit von Menschen, Diversity-Konzepte, zielgruppenorientierte und -spezifische Zugriffsmöglichkeiten auf die Biblio- theksangebote, die Anpassung von Systematiken an die heutige Konstruktion und Ordnung des Wissens (wenn dies nicht möglich ist, die Verwendung neu- er Systematiken) und die Veröffentlichung von Inhalten bzw. das Hinweisen auf Inhalte (somit nicht nur die Sammlung dieser) sind notwendige Maßnah- men, um Bibliotheken barrierefrei zu gestalten. Bibliotheken können einen Beitrag zur Förderung von Schreib-, Lese-, Informations- und Medienkompe- tenz leisten, doch nur dann, wenn sie auf die unterschiedlichen Verhaltens- weisen von Menschen und deren Identitäten (z.B. Ethnie, Alter, Klasse, Ge- schlecht, Geschlechterrolle) eingehen. Man sollte sich einfach darüber be- wusst sein, dass Wissen stets von einem bestimmten Standpunkt aus kon- struiert wird, dass Menschen auf unterschiedliche Art lernen und verschiedene Lernbedürfnisse haben. Unterschiedliche pädagogische Begriffe werden inzwischen von Bibliotheka- ren in der Bildungsdiskussion verwendet; da geht es z.B. um Informations- kompetenz, lebenslanges Lernen, Leseförderung, Lesekompetenz, Medien- kompetenz, Curriculum, blended learning, Schlüsselqualifikationen, teaching library, Methodenmix, Lernevaluation, Lernziele und problemorientiertes Ler- nen. Die deutschen Bibliotheken haben begonnen, ihren Bildungsauftrag wie- 3 = Lernen unter Verwendung von Primär-, Sekundär- und Tertiärquellen BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 11 1463
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