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Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 39.2005 (Rights reserved)

THEMEN Digitale Bibliothek Eine weitere Differenzierung ergibt sich aus den verwendeten Datenformaten, von denen wohl grundsätzlich drei zu unterscheiden sind: Die dem Medium Internet eigentlich adäquate Form ist die quasi als Website konzipierte Online- Zeitschrift, die auch mit interaktiven Elementen arbeiten kann. Daneben exis- tieren Zeitschriften, die in einem Metaformat abgelegt sind und lediglich Dop- pelgänger der herkömmlich gesetzten Textausgabe darstellen. Und schließlich gesellen sich als Bilder abgespeicherte Titel hinzu, da zunehmend bedeutsa- me ältere Periodica digitalisiert werden. Innerhalb weniger Jahre hat sich also eine in technischer Hinsicht vielfältige Medienlandschaft gebildet, die auf ab- sehbare Zeit ein bunter Flickenteppich bleiben wird. Nun wird man keines- wegs ein Prophet sein müssen um vorherzusehen, dass sich das Angebot elektronischer Zeitschriften in den nächsten Jahren noch einmal rasant ver- mehren wird. Die Bewältigung und Erschließung dieser digitalen Informations- flut wird eine der bibliothekarischen Hauptaufgaben der Zukunft sein. Ein Problemkreis von großer Tragweite ist letztlich die Frage der dauerhaften Archivierung digitaler Dokumente. Eine eindeutige Lösung für dieses dringli- che Problem ist bisher nicht in Sicht. Nach dem gegenwärtigen Stand zeich- nen sich zwei grundsätzliche Strategien ab, nämlich einerseits die Migration der Daten in immer neue Datenträger und Programme und andererseits die Emulation (Nachbildung) älterer Datenformate. Aufwand, Erfolg und vor allem die Kosten dieser Datenpflege sind bis heute nur sehr unvollkommen vorher- 7 zusehen. Dieser unabweisbar notwendigen Archivierung von Netzpublikatio- nen hat sich seit dem 1. Juli 1998 Die Deutsche Bibliothek in Leipzig bzw. Frankfurt am Main angenommen. Wenn auch Online-Dissertationen eine ge- wisse Vorreiterrolle gespielt haben, so ist die gezielte Sammlung inzwischen auf alle Dokumentenarten ausgedehnt worden. Parallel dazu ist ein Anmelde- und Ablieferungsverfahren entwickelt worden, das auch von Laien nach einer gewissen Einarbeitungszeit beherrschbar ist. Noch erfolgt die Sammlung der Netzpublikationen auf freiwilliger Basis, weil elektronische Dokumente bisher nicht vom Pflichtexemplarrecht erfasst werden und zunehmend außerhalb des Verlagswesens entstehen. Diese Funktion der Deutschen Bibliothek als Ort der Langzeitarchivierung hat sich nun auch der Verein für Geschichte der Prignitz zunutze gemacht, da kleinere Korporationen langfristig außerstande sein werden, die Migration der Daten zu gewährleisten. Nachdem, wie oben beschrieben, die Zeitschrift komplett auf der Homepage des Vereins publiziert war, konnte mit der band- weisen Ablieferung nach Leipzig begonnen werden. Diese ,,Auslagerung" der 7 Siehe dazu die präzise Rezension des Buches von Uwe M. Borghoff [und anderen] zur Langzeitarchivierung durch Karl-Ernst Lupprian in: Der Archivar 58 (2005), S. 219 (= Heft 3). 1460 BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 11
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