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Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 39.2005 (Rights reserved)

Ausland THEMEN ter, während stadtgeschichtliches Material wie digitalisierte Karten bisher nur intern verfügbar sind. Die Biblioteca Digital de Obras Raras e Especiais ist ein von der USP initiiertes Projekt. Die Auswahl der Werke ist disparat, es finden sich sowohl Werke zur brasilianischen Geschichte wie das erste Brasilienbuch von Hans Staden, Wahrhaftige Historia von 1557, als auch spätere europäi- sche Werke etwa zur Geschichte der Naturwissenschaften. Ein theologisches Werk von Goltwurm wurde beispielsweise wohl deswegen digitalisiert, da es mit Staden in der Sammlung zusammengebunden war. Leider wurde auch nicht mit bereits digitalisierten Beständen abgeglichen, der erwähnte Staden wurde z.B. auch von der Nationalbibliothek digitalisiert, übrigens auch vom Göttinger Bibliothekszentrum. Die Sammlung enthält bisher 38 vollständig di- gitalisierte Werke. Von weiteren 1224 Titeln, die vorgesehen sind, wurden bis- her von 236 die Titelseiten digitalisiert. Der leider geringe Ankaufsetat der Bib- 34 liothek wurde durch die Unterstützung einer Stiftung der FAPESP schon des Öfteren aufgestockt. Die Bibliothek des Memorial do Imigrante35 Ein ganz ähnlicher Typus von einer allerdings viel kleineren Forschungsbiblio- thek bei einem Museum liegt in der Bibliothek des Memorial do Imigrante vor. Hier ist eine kleine Spezialbibliothek einem Museum über die Geschichte der Einwanderung angegliedert. Wie in vielen latein-amerikanischen Ländern er- folgte die Einwanderung in verschiedenen Phasen. Im 19. Jahrhundert wurden gezielt deutsche Siedler mit bäuerlichem Hintergrund angeworben, um die vor allem im Süden klimatisch günstigen Bedingungen des noch unzureichend erschlossenen Landes für die Landwirtschaft zu nutzen. Die oft durch Knebel- verträge zu Arbeitsleistungen gegen die Bezahlung der Überfahrt gezwunge- nen Siedler hatten anfangs ein schweres Leben. Diese vielfach bis heute noch bestehenden deutschen Siedlungen in Südbrasilien erhielten ihre eigenen kul- turellen Traditionen bis in unsere Zeit, die bekannteste ist Blumenau. Im Zuge der fortschreitenden Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam es zu einer Masseneinwanderung, vor allem über den Hafen von Santos, auf der Küste auf Höhe von São Paulo gelegen. Im zwanzigsten Jahrhundert kamen aus Europa vor dem Naziterror fliehende Menschen hinzu, auch wenn Brasilien sich vor allem in der Endphase des Krieges nach einer deutschlandfreundlichen Phase (z.B. die Auslieferung der Kommunistin Olga Benário an Deutschland, wo sie ermordet wurde) auf Sei- 34 Fundação de Amparo à Pesquisa do Estado de São Paulo (Stiftung zur Forschungsförderung im Bundesstaat São Paulo), http://www.fapesp.br/ 35 http://www.memorialdoimigrante.sp.gov.br; Rua Visconde de Parnaíba, 1.316, Mooca, S.P. BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 11 1427
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