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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 39.2005 (Rights reserved)

NOTIZEN Lust auf Lesen? Ein Tag der IFLA 2005 in Oslo Im Rahmen der diesjährigen IFLA-Weltkonferenz fand am 12. August 2005 in Oslo eine Vorkonferenz zu dem Thema Literacy for Life statt, die von den IFLA Reading und School Libraries and Resource Centres' Sections veranstaltet und vom Oslo University College großzügig unterstützt wurde. Die Teilneh- merzahl war auf 70 begrenzt. Durch die internationale Zusammensetzung auch der Referenten entstand ein eindrucksvolles Bild der unterschiedlichen Bemühungen um Zusammenarbeit von Bibliotheken und Schulen sowie ande- rer Bildungseinrichtungen zur Leseförderung. Den einführenden Vortrag hielt Kay Raseroka, Direktorin der Universitäts- bibliothek Botswana und noch amtierende IFLA-Präsidentin. Sie hob die Be- deutung der Muttersprache und deren Beherrschung in Wort und Schrift her- vor, die überhaupt erst die Grundlage für das Erlernen weiterer Sprachen und den Zugang zu Informationen ermögliche. Viele Sprachen seien vom Ausster- ben bedroht, und gerade in Entwicklungsländern stehe insbesondere für Lernanfänger und Schüler zu wenig muttersprachliche Literatur zur Verfügung. Jeder Lernprozess müsse aber mit dem beginnen, was der Einzelne bereits weiß, und zu dem hinführen, was er noch nicht weiß. Lesen selbst habe eine explizit kommunikative Funktion, es bedeute letztlich, einander zu verstehen, und darin sei die Zukunftsbedeutung der Leseförderung zu sehen. Die anschließenden Beiträge waren mehr praktischen Aspekten gewidmet. Gayner Eyre, Department of Information Studies an der University of Wales, nannte ihren Beitrag zur Leseförderung eine ,,Entdeckungsreise" (,,A Voyage of Discovery"), die zunächst durchaus wörtlich zu verstehen war als eine Ein- führung in statistische Angaben über die weltweite Verbreitung von Analpha- betismus. Es gibt zur Zeit 900 Millionen Analphabeten, die meisten davon le- ben in Afrika. Je höher die Rate ist, desto größer sind auch die zahlenmäßigen Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Analphabeten zuunguns- ten der weiblichen. Bei der Frage, welche Funktion Bibliotheken bei der Lese- förderung übernehmen können und sollten, betonte Eyre deren Bildungsauf- trag und verband damit eine Forderung nach größerem pädagogischen Selbstverständnis der Bibliothekare. Ellen Sundt, Directorate for Primary and Secondary Education, führte anschließend in das Schulsystem Norwegens und speziell seiner Schul-, Kinder- und Jugendbibliotheken ein. Nicht zuletzt die PISA-Studien hätten gezeigt, dass auch für Norwegen Bedarf an Leseför- derung bestehe, um den Aufbau einer Wissensgesellschaft voranzubringen. Lesen, zumal im frühen Alter, sollte zugleich Lesevergnügen sein. Das von der norwegischen Regierung geförderte Projekt ,,Make Space for Reading" für die Jahre 2003 bis 2007 wurde von der Referentin vorgestellt. Einen Erfahrungs- BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 10 1307
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