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Volume Heft 1

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue39.2005 (Rights reserved)

Erschließung THEMEN Das FRBR-Modell verfolgt nachdrücklich den Ansatz, unter einem auf der Ebene Work gebildeten Titel alle Versionen des Werkes, die dieses in Bezug auf die verschiedene Medienformen, verschiedene Anwendungen und ver- schiedene Nutzerinteressen hat zuzuordnen und damit die Übersichtlichkeit und das vereinfachte Navigieren in Katalogen zu erreichen. Die Anwendung des Modells auf fortlaufende Sammelwerke erweist sich allerdings deshalb als schwierig, weil es bis heute kein Einvernehmen darüber gibt, was bei einem fortlaufenden Sammelwerk zur Entität Work gehört. Das heißt, es müsste ein so genannter Work Identifier festgelegt werden, der z.B. aus dem frühesten vorhandenen Sachtitel und/oder diesem Sachtitel und einer für die Hauptein- tragung notwendigen Körperschaft besteht. Bisher bestimmen ausschließlich formale Kriterien, ob bei geänderter bibliographischer Beschreibung ein Titel- split erfolgt oder nicht. So wird momentan in den USA (allerdings durchaus noch kontrovers) diskutiert, ob bei Titeländerungen jeweils ein neuer Werktitel gebildet wird oder ob ein einziger ,,Werktitel" für die gesamte Laufzeit einer Zeitschrift unabhängig von Titeländerungen angelegt wird. Splits könnten dann virtuell zusammengeführt und damit vereinfachte Bestandsübersichten am Werktitel erzeugt werden. Die Amerikaner sprechen in diesem Zusam- 11 menhang von der Erstellung eines ,,Super Record". 8. Schlussbemerkung Das MAB-Format verfolgt als Austauschformat das Ziel, Katalogdaten ande- ren zur Nachnutzung zur Verfügung zu stellen. Dieser Aspekt der kooperativen Nutzung von Daten taucht im FRBR-Modell selbst und auch in der Diskussion darüber nicht auf. Die Frage, welche FRBR-Entitäten wie ausgetauscht wer- den sollten, ist bislang offen. Wieviel FRBR verträgt nun MAB, wieviel die existierenden deutschen Katalog- daten? Bei der Prüfung des MAB-Formats mit seinen Attributen vor der FRBR-Perspektive offenbaren sich manch bekannte Schwachpunkte: sei es der Bereich der Kodierungen, der unzureichend ist, oder die Konzeption der deutschen Normdaten, die eher an Rollen als an Entitäten orientiert sind. Hier wird deutlich, dass ein wesentliches Potential der FRBR darin liegt, für zu- künftige Entwicklungen beim Regelwerk und besonders im bibliographischen Datenformat als Maßstab zu dienen. 11 Während der IFLA 2005 wurde eine neue FRBR-Untergruppe ,,Aggregates" gegrün- det, die sich ­ aus der Erkenntnis heraus, dass diese Werke in FRBR bisher stief- mütterlich behandelt wurden ­ explizit mit den verschiedenen mehrteiligen Werken beschäftigen soll. Darin enthalten sind auch Serien, fortlaufende Sammelwerke und integrierende Ressourcen. BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 10 1243
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