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Volume Heft 1

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 39.2005 (Rights reserved)

NOTIZEN interdisziplinärer Sucheinstieg kann dieses Dachportal im Idealfall helfen, das Angebot der einzelnen Fachportale auch für weitere, aus verschiedenen Dis- ziplinen stammende Wissenschaftskreise zu öffnen und Informationssuchende zur weiteren Recherche in Fächern anzuregen, die ihnen ansonsten eventuell verschlossen geblieben wären. Dieser Vorteil einer zusätzlichen übergreifen- den Recherche kommt freilich, hier ist Dugall zuzustimmen, momentan durch die sachliche und formale Heterogenität der abgefragten Bestände häufig nicht zum Tragen, so dass das Motto von vascoda ­ ,,Entdecke Information" ­ im Alltagsbetrieb hin und wieder eine unfreiwillig komische Komponente ent- wickelt. Wenn eine Recherche einerseits eine nicht mehr zu bewältigende Masse von Nachweisen bei einigen der in das Portal eingebundenen Angebo- te ergibt (etwa weil in großer Zahl Volltexte und Abstracts durchsucht wer- den), andererseits aber eigentlich zu erwartende, da thematisch nahe liegende Treffer ausbleiben (weil allein der Fachinformationsführer der entsprechenden Fachbibliothek in die Metasuche eingebunden ist), so ergibt dies ein schiefes Bild, das kaum Rückschlüsse auf die Relevanz des recherchierten Begriffs in den einzelnen Wissenschaften erlaubt. Nun mag zwar vascoda seinem ehr- geizigen Anspruch (noch?) nicht gerecht werden ­ aber ist der Anspruch des- wegen schon vermessen? In gewisser Weise spiegeln die Probleme von vas- coda die schwierigen Seiten der vielgestaltigen wissenschaftlichen Biblio- theks- und Informationslandschaft in Deutschland wieder, zu deren Verbesse- rung nun mal ehrgeizige politische, institutionelle und technische Infrastruk- turmaßnahmen notwendig sind. Vascoda stellt eine solche Infrastrukturmaß- nahme dar, deren Bedeutung am Beginn der zweiten Ausbauphase vielleicht immer noch mehr in der visionären Idee als in der aktuellen Realisierung liegt. Kritik an Funktionalität und Performanz von vascoda ist vor diesem Hinter- grund nicht nur berechtigt, sondern auch notwendig, kann aber wohl nur fruchtbar werden, wenn die Verbesserung des interdisziplinären wissenschaft- lichen Informationswesens von den Bibliotheken und Informationszentren im Sinne ihrer Nutzer als gemeinsam zu bewältigende Aufgabe begriffen wird. Wenn sowohl die Mailingliste als auch die Tagungen sich weiterhin dieser Aufgabe stellen und beide darüber hinaus noch stärker zu Foren des Austau- sches zwischen Bibliothekaren und Wissenschaftlern werden, so wird man sich um ,,die InetBib" in den nächsten zehn Jahren wenig Sorgen machen müssen ­ allen Kommunikationsstörungen zum Trotze. Jochen Johannsen, Köln 122 BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 1
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