Path:
Volume Heft 8/9

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue39.2005 (Rights reserved)

THEMEN Digitale Bibliothek 3. Aus der Praxis: Strategien und ihre Umsetzung Die erste Zeit der SSG-Tätigkeit diente vor allem der Etablierung tragfähiger Strukturen für den Aufbau des SSG-Bestands und dessen Nutzung. Dabei wurde zunächst ­ in Abstimmung mit den Fachreferenten anderer SSG ­ ein modernes Erwerbungsprofil entwickelt, die Erwerbung von Druckmaterialien in geordnete Bahnen gelenkt, der schnelle Zugang zu den Medien sichergestellt und mit dem Aufbau nutzerorientierter Dienstleistungen begonnen. Durch den engen Kontakt mit einem Teil der potenziellen Nutzer des SSG, nämlich den Angehörigen des Instituts für Europäische Ethnologie der Humboldt-Univer- sität, wurde schnell deutlich, dass dies allein nicht ausreicht für eine Wahr- nehmung des SSGs und seiner Tätigkeit in der ethnologischen Fachwelt. Da- her begann sehr bald die Planung eines Fachportals für die Ethnologie im In- ternet: Zum Januar 2003 nahm das Projekt Virtuelle Fachbibliothek Ethnologie seine Arbeit auf, seit Oktober 2003 ist das Portal unter dem Namen EVIFA on- line ­ und zieht zunehmend die Aufmerksamkeit der Ethnologen und Volks- kundler auf sich und auf das zugehörige SSG. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Sammlungsprofil, die am Anfang der SSG-Arbeit stand, schien uns gerade in Hinblick auf die von der DFG ge- forderte Profilierung der SSG eine wichtige Voraussetzung. Wir entschieden uns für eine moderne Definition der Fachgebiete, um für die Zielgruppe der Wissenschaftler als ernstzunehmende Gesprächspartner auftreten zu können. Der Bestand sollte die aktuelle Fachdiskussion zumindest in großen Teilen abbilden. Dabei tat sich insbesondere für die Ethnologie die Schwierigkeit auf, dass gemäß SSG-Profil regionale Arbeiten im entsprechenden Regional-SSG zu sammeln sind. Dies würde jedoch den Aufbau eines kohärenten Fachbe- stands weitgehend unmöglich machen: Einflussreiche Ideen und Theorien werden in der Ethnologie inzwischen häufig nahe am Gegenstand ­ der regio- nal situiert ist ­ formuliert. Somit wäre ein kompletter Verzicht auf Arbeiten mit regionalem Bezug eine Bankrotterklärung für die Sondersammelgebiete ge- wesen. Im SSG werden solche Titel mit regionalem Bezug nun erworben, wenn sie zur Theorienbildung des Faches beitragen oder die theoretische oder methodologische Fachdiskussion befruchten. Eine weitere Schwierigkeit stellte ethnologischer Literatur mit anderen Untersuchungsgegenständen18 dar. Dennoch entschieden wir uns auch hier dafür, entsprechende Titel zu er- werben und die Gebiete mit in das Erwerbungsprofil aufzunehmen. 18 Dazu zählen momentan z.B. Gebiete wie Medizinethnologie, Organisationsethnolo- gie. In diesen Teildisziplinen finden sich Titel wie: Holmberg, Christine: Diagnose Brustkrebs. Eine ethnografische Studie über Krankheit und Krankheitserleben. Frankfurt am Main 2005; oder: Diel-Khalil, Helga; Götz, Klaus (Hg.): Ethnologie und Organisationsentwicklung. München 1999 (Managementkonzepte; 3). 1068 BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 8/9
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.