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Volume Heft 8/9

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 39.2005 (Rights reserved)

THEMEN Großbritannien: Bericht des Unterhauses zur Lage der Öffentlichen Bibliotheken Gernot U. Gabel Im März 2005, acht Wochen vor dem Wahltermin, den Premierminister Tony Blair mit Zustimmung der Königin überraschend auf den 5. Mai 2005 festlegte, publizierte der Kulturausschuss des britischen Unterhauses einen Bericht über die öffentlichen Bibliotheken des Landes. Neben einer Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Bibliothekssituation bringt der Report eine Reihe von Empfeh- lungen, mit denen er auf einige der negativen Meldungen über die Public Libraries eingeht. Dem vom House of Commons eingesetzten ,,Culture, Media and Sport Com- mittee" gehörten neben dem Vorsitzenden Sir Gerald Kaufmann zehn weitere Parlamentarier aus den drei im Unterhaus vertretenen Parteien (Labour, Con- servative, Liberal Democrat) an. Der Ausschuss hatte seine Arbeit im Oktober 2004 aufgenommen und sich eine Agenda gegeben, die das Augenmerk auf sieben Themen wie Finanzierung, Dienstleistungen, Ausbildung und Informati- onstechnologie richtete. Als erste Maßnahme war eine Befragung mehrerer Personen, die in Bibliotheken führende Positionen einnehmen sowie dem Buchhandel nahe stehen, vorgesehen. Die Mehrzahl der Stellungnahmen ging schriftlich ein. Auch das Kultusministerium, das für den Sektor der öffentlichen Bibliotheken verantwortlich zeichnet, legte einen ausführlichen Bericht vor. In den Monaten November und Dezember 2004 hatte das Gremium drei Anhö- rungstermine anberaumt, zu denen ein Dutzend Persönlichkeiten geladen wa- ren. Schließlich nahmen die Mitglieder des Ausschusses die Möglichkeit wahr, sich in zwei der neu eingerichteten Bibliotheken Londons eingehend über die Alltagssituation zu informieren. Der vom Komitee verfasste Bericht (Public Libraries: Third Report of Session 2004­05, Vol. 1. London: Stationary Office, 2005) gibt zunächst einen knap- pen Überblick über jüngste Entwicklungen auf dem Bibliothekssektor. Danach haben sich öffentliche Bibliotheken erfolgreich in die Lese- und Bildungskam- pagne des Landes eingeschaltet, ihre Dienstleistungen nach den Erwartungen der Benutzer ausgerichtet und auf breiter Basis in Informationstechnologie investiert, ohne die im Bibliotheksgesetz von 1964 formulierten Kernfunktio- nen (Bereitstellung von Büchern, Zeitschriften und Medien) zu vernachlässi- gen. Mit Blick auf weiterreichende Forderungen sah sich aber das Komitee veranlasst davor zu warnen, den Bibliotheken auf lokaler Ebene noch weitere soziale Betreuungsleistungen abzuverlangen, denn angesichts finanzieller Engpässe könne das zu einer mangelhaften Abdeckung der Kernaufgaben führen. Die seit Jahren rückläufigen Buchausleihen seien in dieser Hinsicht ein BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 8/9 1029
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