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Volume Heft 8/9

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 39.2005 (Rights reserved)

AUS DER BID Die in der Regel stagnierenden Etats der Hochschulbibliotheken in Verbin- dung mit permanenten Preiserhöhungen für Bücher und vor allem Zeit- schriften gefährden jedoch die geforderte Literaturversorgung. Insbeson- dere im STM-Bereich (Science, Technology, Medicine), der weithin von monopolähnlichen Strukturen beherrscht wird, betragen die jährlichen Er- höhungen der Zeitschriftenpreise bis zu 35%. Dieser Entwicklung können die Bibliotheken einerseits nur durch Abbestellungen entgegentreten, was eine weitere Beeinträchtigung der Literaturversorgung ihrer Hochschule bedeutet. Andererseits versuchen sie durch neue, d.h. digitale Publikati- ons- und Distributionsmodelle Selbsthilfe im Sinne ihrer wissenschaftli- chen Nutzer zu leisten, wie es bereits 2001 vom Wissenschaftsrat vorge- schlagen wurde: ,,Digitale wissenschaftliche Publikationen sollten durch eine hohe Verfügbarkeit und Zugänglichkeit gekennzeichnet sein." Zu nennen sind hier die ,,Open Access"-Initiative, das Non-profit-Unter- nehmen ,,German Academic Publishers" (GAP ­ www.gap-portal.de), Vir- tuelle Fachbibliotheken und Dokumentlieferdienst wie Subito (www.subito- doc.de) oder die Gründung von Hochschulverlagen. Alle diese Projekte stoßen jedoch immer häufiger an urheberrechtliche Grenzen. b) Das Urheberrecht muss so weiterentwickelt werden, dass für Forschung und Lehre die nötigen Informationen und Inhalte auch künftig ungehindert über die Bibliotheken zur Verfügung gestellt werden können. Mit der Novelle des Urheberrechts in der Informationsgesellschaft vom 10. Sept. 2003 konnten keine befriedigenden Regelungen im Interesse der Bibliotheksarbeit für Wis- senschaft, Bildung und lebenslanges Lernen geschaffen werden. Dem neuen exklusiven Recht der öffentlichen Zugänglichmachung (§ 19 a) wurden keine für die Bibliotheksarbeit wirksamen Ausnahmen entgegengestellt, obwohl die zugrunde liegende EU-Richtlinie diese vorsieht. So werden im deutschen Urheberrechtsgesetz Standards aus der EU-Richtlinie regelmäßig unter- schritten. International anerkannte Anwendungen zum Kopienversand und zur Langzeitarchivierung fehlt es an einer rechtlichen Ausgestaltung. Wissen- schaft und Bildung werden dadurch nachhaltig beeinträchtigt und netzba- siertes Lernen, wie in § 52 a UrhG ausgestaltet, wurde sogar mit eine Ver- fallsdatum versehen. Wissenschaft und Bildung bedürfen aber einer verläss- lichen rechtlichen Grundlage, um international wirken zu können. Weitere Informationen: · Wissenschaftsrat: Empfehlungen zur digitalen Informationsversorgung für Hochschulen (Drs. 4935/01 vom 13. Juli 2001). Online unter: http://www.wissenschaftsrat.de/texte/4935-01.pdf · Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen (22. Oktober 2003). Online unter: http://www.mpg.de/pdf /openaccess/BerlinDeclaration_dt.pdf BIBLIOTHEKSDIENST 39. Jg. (2005), H. 8/9 1023
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