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Volume Heft 7/8

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 38.2004 (Rights reserved)

THEMEN Erwerbung Idee und Ziele der Evaluation Natürlich liegt es nahe, die Evaluation als reines Rationalisierungsinstrument zu betrachten. Angesichts der einzusparenden Summen und der sich ver- schärfenden konträren Entwicklungen von Kosten und Etat wäre es kurzsich- tig, dies in befriedigendem Maße von einer Bewertung der wissenschaftlichen Relevanz von Zeitschriftentiteln zu erwarten. Längst gehen Abbestellungen an die Substanz der Informationsversorgung und wirken sich direkt auf die Leis- tungsfähigkeit von Forschung und Lehre aus. Darum sind es auch Ziele, die über kurzfristige Etaterleichterungen hinausgehen, die über die Evaluation und ihre Auswertung diskutiert und verfolgt werden sollen. Die Relevanz- und Interessenmatrix aus Instituten und laufenden Zeitschriftenti- teln an der Universität Stuttgart soll zumindest theoretisch die Grundlage bilden für ein optimal an den Bedarf angepasstes Angebot. Relevanz und Interesse müssen jedoch aufgrund des Zwangs zur Wirtschaftlichkeit fortlaufend der aktu- ellen Nutzung gegenübergestellt werden. Hier sind noch wesentliche Vorarbei- ten der Bibliothek für die Erhebung und Auswertung der benötigten Daten zu leisten. In diesem Sinne ist mit der Evaluation jedoch auch ein Einstieg in einen Paradigmenwechsel verbunden ­ von dem bisherigen bestandsorientierten zu einem nutzungsorientierten Erwerbungskonzept im gesamten Bibliothekssystem der Universität. Die Gewährleistung einer angemessenen Literaturversorgung liegt nicht allein in den Händen der zentralen Universitätsbibliotheken. Das gilt in besonderem Maße in zweischichtigen Bibliothekssystemen. Das Bibliothekssystem der Universität Stuttgart besteht neben der Zentralbibliothek aus 140 Instituts- und Fakultätsbibliotheken. Obwohl hier enge Abstimmungsmechanismen und -absprachen vorgeschrieben sind und auch greifen, sind die Zuständigkeiten und die (vor allem finanzielle) Verantwortung doch auf viele Schultern verteilt. Das Prinzip der funktionalen Einschichtigkeit, das beispielsweise im Universi- 1 tätsgesetz für Baden-Württemberg1 intendiert wird, ist in der Praxis zwei- schichtiger Bibliothekssysteme eher eine Zielvorstellung als gelebte Realität. Bestandsaufnahme und Bewertung der vorhandenen Informations- und Wis- sensressourcen als ein wesentlicher Schritt zu einer auch finanziellen Ein- schichtigkeit ist daher Ziel dieser Evaluation. Sie kann als Grundlage dienen, um mit den jeweiligen Instituten gemeinsame Finanzierungs- und Kosten- 2 beteiligungsmodelle zu erarbeiten. 1 Universitätsgesetz des Landes Baden-Württemberg vom 1. Februar 2000 §30 Abs. 1 2 Vgl. z.B. Nicole Thaller und Renate Vogt: Entwicklung eines Rankingverfahrens zur Optimierung des medizinischen Zeitschriftenmanagements an der Universität Bonn. Teil I: Erhebung der Basisdaten, In: BIBLIOTHEKSDIENST 37 (2003), H.6, S. 759. 894 BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 7/8
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