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Volume Heft 7/8

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue38.2004 (Rights reserved)

THEMEN Altes Buch und ordnete. Mit einer phänomenalen Gedächtnisleistung, einem stupenden Systematisierungsvermögen und einem an Besessenheit grenzendem Fleiß türmte er schließlich parallel zu den genannten Durchreibungen in mehr als 400 Mappen ein Konvolut von 31 Mappen mit mehr als 2000 Blättern auf, in dem er ­ nach Werkstätten geordnet ­ alle Stempel in einer zweiten Durchrei- bung ohne weiteres Beiwerk zusammentrug. Er muss dazu viele Reisen in be- reits besuchte Bibliotheken unternommen haben, um einzelne Stempel noch einmal im Original durchpausen zu können. Der gedruckte und der ganze Kyriss Man kann dieses methodische Vorgehen vor dem Hintergrund der Vorberei- tungen zu einer Veröffentlichung der Stempel-Bilder sehen, während der das Material grundsätzlich geordnet wurde. Gleichwohl bleibt das bewältigte Vo- lumen gigantisch, waren doch ­ wie gesagt ­ nur wenige Werkstätten mit we- nigen (den am häufigsten gefundenen Stempeln) für die Publikation ausge- wählt worden: Lediglich 38 Klosterwerkstätten, 32 identifizierte Buchbinder mit ihrer Werkstatt, 5 Werkstätten mit Initialen oder Wappen und 111 nach den Notnamen, den ,,Leitstempeln", geordnete Werkstätten; wobei die erste Gruppe mit mindestens zehn Bänden, die anderen mit mindestens 25 Einbän- den belegt sein mussten. Das sind 186 Werkstätten von annähernd 2000, die Kyriss in größeren und klei- neren Gruppen erkannt hat: auch zu dieser Zahl lässt sich noch nichts Präzises sagen, auch sie muss zunächst grobe Schätzung bleiben. Ist jede Gruppe eine selbständige Werkstatt oder Teil einer anderen, vielleicht bekannten Buchbinde- rei? Auch Kyriss hatte auf viele Fragen noch keine Antwort. All dies ist noch nicht in der Weise aufgearbeitet wie das Material, das in den ,,Verzierten gotischen Einbänden" veröffentlicht wurde. In den 31 Mappen mit Werkstätten sind fast 1400 unbekannte Buchbindereien versammelt, des wei- teren 66 Klöster, 120 namentlich bekannte Buchbinder und 57 Werkstätten mit Initialen und Wappen erschlossen. Die rund 1700 Blätter von 26 dieser Mappen sind digitalisiert und liegen uns seit 2001 als CD-ROM vor. Dazu kommen noch fast 300 weitere Werkstätten aus Nürnberg, Augsburg, Erfurt, Köln, Österreich, Frankreich, Italien, Böhmen, Krakau und Mähren, deren Originaldurchreibungen verloren sind. Von diesen haben wir nur Kopien in der Qualität ihrer Zeit, fotografische Papierabzüge oder Negative. Diese sind in einem zweiten Durchgang ebenfalls verfilmt und digitalisiert worden. Es scheint darüber hinaus, dass diese Mappen nicht alle Abbildungen der Stempel aller Werkstätten enthalten. Manche Zusammenstellungen fehlen, ohne dass wir den Grund dafür kennen. 866 BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 7/8
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