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Volume Heft 7/8

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 38.2004 (Rights reserved)

Altes Buch THEMEN Arbeitsweise und Erschließung Der Arbeitsschwerpunkt von Ernst Kyriss lag bekanntlich im süddeutschen Raum, in der Schweiz und in Österreich. Aber auch in Berlin, Bremen, Fulda, Halle Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Merseburg, Rostock und Wolfenbüt- tel, sowie in Krakau, Olmütz und Prag hat er Bibliotheken aufgesucht. Und es ist eine reiche Ernte geworden: 20 000­25 000 Blätter mit Durchrei- bungen sind es insgesamt. Das gesamte Material wurde und wird bis heute in mehr als 400 Mappen aufbewahrt, die nach dem Alphabet der besuchten Städte aufgestellt sind. Parallel dazu legte er Ringbücher an ­ heute sind es 113 Exemplare ­, in denen er erste Ansätze einer Erschließung des Materials verzeichnete. Als zusammen gehörend erkannte Einbände sind hier bereits unter Angabe von Bibliotheks-Signatur, bibliographischer Referenz, Name der Werkstatt und Abfolge der jeweils vorgefundenen Stempel festgehalten, die Kyriss für jede Werkstatt durchnummerierte. Das rasch anwachsende Material lieferte bald eine solide Basis für den näch- sten Erfassungsschritt: Die Beantwortung der Frage nämlich, welche Werk- statt welche und wie viele Stempel verwendete. Dazu mussten die Aufzeich- nungen aus den einzelnen Erschließungsringbüchern zusammengeführt und die dazu gehörenden Durchreibungen der Stempel aus den alphabetisch auf- gestellten Mappen exzerpiert und zu vollständigen Stempellisten für jede Werkstatt zusammengestellt werden. So kam es immer wieder vor, dass Kyriss in mehreren Bibliotheken insgesamt vielleicht 50 oder 60 Stempel durchrieb, bis ihm deren Zusammengehörigkeit erwiesen schien und ­ nachdem er die vorsichtshalber mitkopierten Durchrei- bungsdubletten oder sogar -tripletten eliminiert hatte ­ am Ende noch ein Rest von etwa 20 Stempeln übrig blieb. Manchmal fand Kyriss noch viele Jah- re später an anderen Orten noch einen 21. oder 22. Stempel, die er dann in seinen Unterlagen nachtrug. Seiner Sache förderlich war zweifellos, dass Kyriss zunächst den Stuttgarter Bestand von heute mehr als 7000 Inkunabeln und rund 3500 mittelalterlichen Handschriften mit den zahlreichen Originaleinbänden und der geradezu ver- schwenderisch darauf verwendeten Stempelvielfalt bearbeitete. Er hat das auch sehr gründlich gemacht: so viele Mappen wie zur Württembergischen Landesbibliothek gibt es zu keiner anderen Bibliothek. Als Ausgangspunkt war dies zweifellos wichtig, jedoch hatte die WLB keineswegs alle Stempel der hier versammelten Werkstätten, oft nicht einmal den sogenannten Leit- stempel, den Kyriss häufig erst später in anderen Bibliotheken fand. Vollständig ungeklärt ist bislang auch die Frage, wann und auf welche Weise Kyriss die gefundenen Stempel durchnummerierte. Die vielen Korrekturen machen deutlich, dass er das ganze Material immer wieder durcharbeitete BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 7/8 865
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