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Volume Heft 7/8

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue38.2004 (Rights reserved)

THEMEN Die ,,Sammlung Kyriss" in der Württembergischen Landesbibliothek und ihre Präsentation in der Einband-Datenbank Ein DFG-gefördertes Erschließungsprojekt Gernot Giertz Die vier Bände der ,,Verzierten gotischen Einbände im alten deutschen Sprachgebiet"1 von Ernst Kyriss sind seit ihrem Erscheinen vor rund 50 Jahren ein überaus wichtiges Arbeitsinstrument der Einbandforschung. Jeder Biblio- thekar, jeder Handschriftenforscher benutzt das vierbändige Standardwerk, sobald es um Einbände des 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts und um deren Bestimmung geht. Gleichwohl ist vieles von dem, was die ,,Sammlung Kyriss" bietet, einer größe- ren Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannt. Erst jetzt wird sie in der von der DFG geförderten gemeinsamen, laufend ergänzten und erweiterten Ein- band-Datenbank der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, der Staatsbibliothek zu Berlin, der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart und ­ seit einigen Monaten ­ der Bayerischen Staatsbibliothek München für jedermann erschlossen. Zur Person Ernst Kyriss (1881­1974) war Bauingenieur und bis 1924 als Regierungsbau- meister in Württemberg tätig. Nach der Frühpensionierung aus gesundheit- lichen Gründen studierte er in München Kunstgeschichte, wandte sich aber bald der Bibliophilie und besonders der Einbandkunde zu. Die Beschäftigung mit den blindgeprägt Bucheinbänden der Spätgotik, die seine vorrangige Aufmerksamkeit fanden, und sein Ziel, eine Übersicht über das Material zu gewinnen, brachten es mit sich, dass Kyriss mit dem Aufbau einer Sammlung von Stempeldurchreibungen begann. Dieser Passion blieb der 1940 mit 59 Jahren in Erlangen promovierte und 1972 mit dem Professo- rentitel geehrte Forscher über mehr als vier Jahrzehnte hinweg bis zu seinem Tod treu. 1 Ernst Kyriss: Verzierte gotische Einbände im alten deutschen Sprachgebiet. 4 Bde., Stuttgart 1951­1958 BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 7/8 863
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