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Volume Heft 1

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 38.2004 (Rights reserved)

NOTIZEN Erwerben aus Lateinamerika Ein Workshop am Ibero-Amerikanischen Institut Das Ibero-Amerikanische Institut Preußischer Kulturbesitz in Berlin (IAI) hatte am 25. September zu einem Workshop eingeladen, um mit Bibliothekarinnen und Bibliothekaren anderer Institutionen das schwierige Thema Erwerben aus Lateinamerika zu diskutieren. Die Veranstaltung wurde vom Bibliotheksdirektor Peter Altekrüger eröffnet. Er stellte zunächst das Institut und dessen wechselvolle Geschichte vor. Ge- gründet 1930, fungiert es heute als Bibliothek mit integriertem Forschungs- zentrum. Seine wissenschaftliche Arbeit ist fächerübergreifend auf den aka- demischen und kulturellen Austausch mit Lateinamerika, Spanien und Portu- gal ausgerichtet. Es war sicher nicht allen Workshopteilnehmern bekannt, dass das IAI die größte europäische Fachbibliothek für Lateinamerika ist. Weltweit steht das Institut mit seinen Beständen an dritter Stelle (nach der Library of Congress und der Benson Collection der University of Texas at Austin). Durch die Hauptstadtlage und die Nähe zum Regierungsviertel leistet das IAI mittlerweile einen wichtigen Beitrag zum politischen und kulturellen Gedankenaustausch zwischen Deutschland und dem südamerikanischen Kontinent. Auf Grund der regionalspezifischen Kompetenz bieten die Mitarbei- ter des Instituts eine Beratung für Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Kultur an. Peter Altekrüger erläuterte das Erwerbungs- und Erschließungskonzept des Institutes, und ging dabei sehr detailliert auf die Erwerbungsmethoden, die Sammelschwerpunkte und die Fächerprofile ein. Das Erwerbungsprofil orien- tiert sich wesentlich an dem Sammelauftrag zum Sondersammelgebiet La- teinamerika im Rahmen der DFG-geförderten überregionalen Literaturversor- gung. Das Profil liegt in schriftlicher Form vor und wurde zur besseren Veran- schaulichung auch in einer Matrix im Zusammenspiel von Erwerbungsstufen (hier Forschungsstufen genannt), Fächerprofil und der regionalen Differenzie- rung dargestellt. Im Vordergrund des Workshops standen die Beschaffungswege für Literatur. Dabei ging Frau Dr. Ricarda Musser, stellvertretende Leiterin des Medienrefe- rats und Referentin für Chile, Venezuela und Portugal, differenziert auf die ver- schiedenen Medien ein und stellte einzelne Buchhändler mit ihren Spezialge- bieten vor. Der Literaturmarkt in Lateinamerika ist unübersichtlich und im Vergleich zum europäischen und nordamerikanischen Markt problematisch, was auch mit der teilweise instabilen politischen Situation der Region zusammenhängt. Es gibt in den jeweiligen Ländern in der Regel keine vollständige bzw. aktuelle BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 1 85
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