Path:
Volume Heft 6

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue38.2004 (Rights reserved)

THEMEN Erschließung zichtbare Partner ihrer Kunden erwiesen haben, noch verstärkt durch die bib- liotheksübergreifende regionale und überregionale Recherchemöglichkeit die- ser selbständigen Werke. Außer Frage steht aber auch, dass demgegenüber der Nachweis der für Forschung und Bildung wichtigen unselbständigen Lite- ratur noch immer Defizite aufweist. Von hierher könnte es eine Chance für Bibliotheken darstellen, Kunden zusätzlich dadurch zu gewinnen und zu bin- den, in stärkerem Umfang als bislang unselbständige Literatur zu katalogisie- ren, die sich dann sachlich einheitlich mit den Büchern nach RSWK be- schlagworten ließe. So eröffnet sich etwa bei den Landesbibliographien ein Feld, die hochwertige bibliothekarische Inhaltserschließung landeskundlicher Literatur zu intensivieren und im Rahmen der Virtuellen Deutschen Landesbib- liographie weiter zu integrieren. Aber auch bei der fachlichen Erschließung un- selbständiger Literatur sollten Bibliotheken prüfen, sich etwa auch im Kontext von Überlegungen und Planungen zum Ausbau der virtuellen Fachbibliothe- ken mit ihren professionellen bibliothekarischen Erschließungsinstrumenten gerade auch der verbalen Sacherschließung verstärkt einzubringen und zu positionieren. Hier dokumentiert jedenfalls die Tübinger theologische Aufsatz- erschließung die Leistungsfähigkeit der Sachkatalogisierung mit RSWK und SWD auch bei unselbständiger Literatur. Generell gilt wohl, dass Bibliotheken in nicht unerheblichem Maße die Erfahrung sowie das Organisations- und Durchführungspotential besitzen, um zumindest im Anschluss an bestimmte Sammel- und Erwerbungsschwerpunkte oder durch kooperative Arbeitsstruk- turen auch bei der Erschließung unselbständiger Werke intensiver als bisher mitzuwirken. Wird abschließend nach längerfristigen Perspektiven für die verbale Sacher- schließung nach RSWK gefragt, dann führt das Beispiel der Vereinigten Staa- ten von Amerika gewissermaßen die historische Effizienz verbaler Sacher- schließung vor Augen, da dort eine der Grundvoraussetzungen für die Leis- tungsfähigkeit und Wirksamkeit kultureller und wissenschaftlicher Institutionen geradezu vorgelebt wird. Betrachtet man nämlich die jahrzehntelange Koope- ration amerikanischer Bibliotheken bei der Verbundkatalogisierung und die über 100-jährige LCSH-Schlagwortkooperation101, dann kann man ein Gespür dafür bekommen, dass die Akzeptanz und Durchschlagskraft bibliothekari- schen Handelns, zumal wenn es über leistungs- und innovationsfähige Kon- zepte und Produkte verfügt, nicht zuletzt auch von Ausdauer und dem Willen zu institutioneller Kontinuität abhängig ist. Dem Mut zur langfristigen Konzep- tion muss wie in den USA historisch dimensionierte Beharrlichkeit folgen, da- mit das effektive bibliothekarische Instrumentarium an quantitativer Schwung- kraft und langfristigem Vertrauen gewinnen kann. Auch die RSWK- 101 Vgl. Frommeyer, Zeitbegriffe, 2003 (FN 63), S. 122­137 790 BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 6
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.