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Volume Heft 6

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 38.2004 (Rights reserved)

THEMEN Erschließung auch durch überlange Kettenlisten in einzelnen Fällen nicht grundsätzlich in Frage gestellt werden. Dies gilt um so mehr, wenn OPACs eine komfortablere Navigation in Trefferanzeigen wie die bildschirmübergreifende Scroll-Funk- tionen erhielten, die es zuließen, auch Listen für Schlagwörter wie Politik oder Malerei zügig und komfortabel durchzugehen. Für eine derartige Schnell- durchsicht sind gerade permutierte RSWK-Ketten bestens geeignet, da das gliedernde erste Unterschlagwort immer an der gleichen Position auf dem Bildschirm steht und damit auch beim raschen Scrollen nicht aus dem Blick 82 gerät. 2.2.4.3 Schlagwortkette: Kostenersparnis Als drittes soll gezeigt werden, dass das rechercheeffiziente, benutzerfreund- liche Produkt Schlagwortkette nicht unerheblich auch dazu beiträgt, Kosten zu sparen. Konkret geht es hier um die aufwendige Wortschatzarbeit in der SWD. Denn mit Hilfe der Schlagwortkette lassen sich in ganz erheblichem Umfang Neuansetzungen vermeiden. Das betrifft gerade die arbeitsintensiven Sachschlagwörter, also diejenigen Deskriptoren, die den größten intellektuel- len und redaktionellen Aufwand erfordern. Konkret geht es hier um die im Deutschen leicht zu bildenden und oft verwandten Komposita. Wollte man zu- sammengesetzte Wörter in der besten Absicht präziser Indexierung unbe- grenzt als Deskriptoren zulassen, so hätte das enorme quantitative Steigerun- gen des Vokabulars mit erheblichem Mehraufwand und entsprechenden Kos- ten zur Folge. Um dem Einhalt zu gebieten, haben die RSWK folgendes ent- schieden: Als Sach-Schlagwörter sind grundsätzlich nur solche mehr als zweigliedrigen Komposita zugelassen, die in Nachschlagewerken nachgewie- sen und nicht sinnvoll zerlegbar oder vom Sprachgebrauch her unabweisbar 83 sind. Das muß nun bei der Fülle nicht anzusetzender Wortverbindungen kei- neswegs dazu führen, dass zusammengehörige Begriffskomponenten bei der 82 Dass Technologie hier eine wichtige Rolle spielt wird daran deutlich, dass Kritiker an der Durchsicht längerer Kettenlisten ein bildschirmübergreifendes Scrollen noch nicht vor Augen hatten (vgl. Drabenstott / Vizine-Goetz, Using subject headings, 1994 (FN 34), S. 246; Bisig, Urs: Opac und verbale Sacherschließung. Ein Beitrag zur RSWK-Diskussion. In. ABI-Technik 14 (1994), S. 117­130; hier: S. 118 f.) Die ef- fektivere Orientierung in Trefferlisten ­ Portionierung, Migration zu numerierten Tref- fern, bildschirmübergreifendes Scrollen ­ ist auch in moderneren WWW-OPACs noch Desiderat. Im Katalog der Library of Congress, aber auch in den deutschspra- chigen ALEPH-OPACs (HBZ; ÖBV) lassen sich bislang lediglich einzelne Bildschirme nacheinander abblättern (DDB als Hauptproduzentin von RSWK-Ketten bietet der- zeit keine Möglichkeit zur Schlagwortkettenrecherche). 83 Vgl. § 305,2b RSWK 780 BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 6
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