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Volume Heft 6

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 38.2004 (Rights reserved)

Erschließung THEMEN weitern, was sie bereits wissen.79 Diese Durchsicht von Schlagwortketten ­ englisch ,,Browsing"80 oder eingedeutscht ,Browsen' ­ kann als orientierende oder anregende Suche oder als Umfeldsuche charakterisiert werden. In ganz beträchtlichem Maße profitieren Benutzer auch dann von der Schlag- wortkette, wenn sie nach Literatur zu oft vergebenen Schlagwörtern recher- chieren möchten. Bei Hunderten oder gar mehreren Tausend Titeltreffern zu Einzelschlagwörtern wie Glaube, Kostenrechnung, Steuer oder Nationalsozia- lismus stellt es oft keine effektive und benutzerfreundliche Alternative dar, die Treffermenge durch eine einengende Recherche reduzieren zu wollen, also zweite und weitere Schlagwörter im postkoordinierenden Retrieval miteinan- der zu kombinieren. Denn hierbei sind Literatursuchende weniger mit den In- halten selbst als damit beschäftigt, solchen Begriffen unter Einsatz automati- scher oder selbst gesteuerter Boolescher Logik hinterher zu suchen, mit de- nen der Indexierer Dokumente wohl beschlagwortet haben könnte. Trotzdem gibt es keine Gewähr dafür, mit den ausprobierten Suchwörtern auch alle tat- sächlich vergebenen einschlägigen Schlagwortkombinationen wiedergefun- den zu haben. Ganz anders verhält es sich bei präkoordinierten Deskriptoren. Da alle mit dem gesuchten Schlagwort verknüpften weiteren Deskriptoren in den Schlagwortketten des Kettenregisters vollständig als Unterschlagwörter angezeigt werden, bieten sie dem Benutzer die Gewähr, mit investiertem Re- chercheaufwand zu einem exakten, abschließenden Ergebnis über die Ver- wendung vielfach kombinierter Schlagwörter gelangen zu können. Auch wenn von vornherein die Absicht besteht, sich breit über die zur Verfü- gung stehende Literatur zu einem Thema informieren zu wollen, reduzieren übersichtlich aufgelistete, aussagekräftige und knappe RSWK-Ketten den Re- chercheaufwand bei großen Titelmengen zu einzelnen Schlagwörtern ganz erheblich. Denn im Gegensatz zu inhaltlich unsortierten Kurztitellisten begüns- tigt die Struktur der Schlagwortkettenliste eine flächige und vollständige Durchsicht auch einer hohen Anzahl von Treffern. Im einzelnen hilfreich sind hier die einheitliche Gliederung, die Einengung größerer Themenbereiche81 aufgrund der Zusammenführung des inhaltlich Zusammengehörigen durch Unterschlagwörter und die durchgängig deutschsprachige Indexierung, wie der oben gezeigte Listenauszug beweist. Dieser durchschnittliche Ertrag kann 79 ,,Postcoordination gives you only what you know enough to ask for; precoordination shows you additional options that you didn't know you should ask for." (Mann, Thomas: Library research models. A guide to classification, cataloging, and com- puters. New York, Oxford 1993, S. 129). 80 Vgl. Olson / Boll, Subject analysis, 2001 (FN 2), S. 287­293. Vgl. auch Stumpf, Quantitative und qualitative Aspekte, 1996 (FN 34), S. 1213 f. 81 Vgl. Svenonius, Präkoordination, 1994 (FN 78), S. 290 BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 6 779
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