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Volume Heft 6

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue38.2004 (Rights reserved)

Erschließung THEMEN gebauten Dokumentenbestand umfassend Wirksamkeit zu verleihen, indem sie ihn gerade auch sachlich anbieten4. Dabei soll das thematische Literaturin- teresse der Benutzer zuerst mit den vor Ort verfügbaren Dokumenten befrie- digt werden können. Diese konsequente und zielgerichtete, möglichst umfas- sende Nutzung des eigenen Bibliothekspotentials5 vermögen bestandsunab- hängige Formen der Sacherschließung wie etwa die fachbibliographische nicht zu gewährleisten. Sie leiten im Gegenteil von vornherein auf Literatur, die vor Ort häufig nicht vorhanden ist und die durch die für Bibliotheken und Be- nutzer gleichermaßen kostenintensive Fernleihe oder andere Formen der Do- kumentenlieferung beschafft werden muss. Das Interesse der Bibliothek an der Sacherschließung ihrer Bestände korreliert auch ansonsten mit dem Benutzerinteresse. So bleibt denjenigen, deren Su- che sich konkret auf das am Ort vorhandene, bedarfsorientierte Literatur- und Medienangebot der Bibliothek richtet,6 die aufwendigere bibliographische Re- cherche erspart. Doch liegt es auch generell im Nutzerinteresse, die unmittel- bar verfügbare Literatur ballastfrei, schnell und vor allem vergleichsweise ein- fach sachlich ermitteln zu können. Hierfür bietet die bibliothekarische Sacher- schließung über alle Fächer hinweg einheitliche und gleichförmige Recher- chemöglichkeiten. Gegenüber den vielen, insofern disparaten, komplizier- 4 Mit Rekurs auf Charles Ami Cutter formuliert der amerikanische Bibliothekar Thomas Mann (Library of Congress) in schlichten Worten das anspruchsvolle biblio- thekarische Anliegen: ,,The ultimate goal of cataloging has always been to show re- searchers `what the library has' on their topics (Cutter)." (Mann, Thomas: "Catalog- ing must change!" and indexer consistency studies: misreading the evidence at Our peril". In: Cataloging and classification quarterly 23 (1997), S. 3­45; hier: S. 41) 5 Verdichtet zu bibliothekarischem Ethos formulierte der Direktor der Universitätsbib- liothek Tübingen Walther Gebhardt 1981: ,,Die Bibliothek hat die Pflicht und schöne Aufgabe, dem Benutzer rasch und umfassend den Weg zu den Buchinhalten ihres individuellen Bestandes zu zeigen." (Gebhardt, Walther: Zur Geschichte der Sachka- talogisierung an der Universitätsbibliothek Tübingen. 1817­1961. Tübingen 1981, S. 40) 6 Benutzeruntersuchungen zufolge richtet sich die thematische Suche vieler Biblio- theksbenutzer auch an Universitäten keineswegs auf alle zum Thema erschienene Literatur. Viele Studenten sind vielmehr mit einer Auswahl einschlägiger und aktuel- ler Bücher zufrieden. So gaben von September 1996 bis März 1997 52% der befrag- ten Recherchierenden des Schlagwortkataloges der ULB Münster an, sehr viele o- der genügend viele Titel gefunden zu haben, wohingegen 42% die Zahl der Titel zu gering erschien und 6% nichts Einschlägiges gefunden hatten. (Vgl. Buch, Harald: "Wie zufrieden sind Sie mit dem Schlagwortkatalog?" Benutzungsuntersuchung am Schlagwortkatalog der Universitäts- und Landesbibliothek Münster. In: BD 32 (1998), S. 233­241; hier: S. 238) BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 6 747
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