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Volume Heft 5

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 38.2004 (Rights reserved)

Digitale Bibliothek THEMEN mentäre Texthervorhebungen durch invertierte, hellere oder fette Zeichen. Auch wenn mit dem ASCII-Zeichensatz wenigstens die Kodierung der ge- bräuchlichsten Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen normiert wurde, ende- te der Austausch von Textdateien mit Formatinformationen und Umlauten oft mit unleserlichem Buchstabenmüll. 1984 brachte der Apple Macintosh eine kleine Gutenberg'sche Revolution: Grafikbildschirm mit schwarzem Text auf weißem Hintergrund, mehrere skalierbare Schriften, Laserdrucker sowie der Pagemaker von Aldus als mächtiges Layoutprogramm schufen ein neues An- wendungsfeld für Rechner im Büro und Privathaushalt, das Desktop Publi- shing. Das zur Ansteuerung des Apple Laserwriters eingesetzte PostScript- Format von Adobe integrierte Text und Bild und wurde zur ersten Universal- sprache für den Computersatz. Mit etwas Glück wird eine zwanzigjährige PostScript-Datei auf einem neu gekauften Drucker heute in der selben Form wie vor zwanzig Jahren zu Papier gebracht. Ob dies in nochmals zwanzig Jahren immer noch so einfach der Fall sein wird, ist äußerst ungewiss. Es ist auch nicht vorhersehbar, wie in Zukunft die optimale Textdarstellung auf hochauflösenden Bildschirmen, elektronischem Papier oder mobilen Kleinst- geräten erfolgen wird. Eine PDF-Datei mit fixem Zeilenumbruch ist aber si- cherlich für keine dieser Anwendungen optimal. Da die neuen Möglichkeiten und Konsequenzen des technischen Wandels nicht antizipiert werden können, sollte die Langfristarchivierung von Texten nicht von einer festen Darstellungsform ausgehen, sondern nur die innere Struktur der Texte ­ Über- schrift, Absatz, Texthervorhebung usw. ­ auszeichnen und um Metainfor- mationen wie die Sprache des Textes und die Namen der Autorinnen ergänzen. Genau dies ermöglicht die XML-Spezifikation, die eine bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts zurückreichende Geschichte von SGML mit HTML als populärstem ,,Dialekt" weiterführt.14 Transformationen Für die Transformation einer XML-Datei nach HTML oder PDF existieren ver- schiedene Optionen, die anhand konkreter Anforderungen wie dem Grad der Automatisierbarkeit und den Eingriffsmöglichkeiten ins endgültige Drucklayout gegeneinander abgewogen werden müssen. Für ,,Historische Literatur" wurde ein mehrstufiger technischer Prozess imp- lementiert. Im ersten Schritt werden die Datenbankinhalte über ein ASP-Skript dynamisch als XML-Datei gemäss der an die Dissertation Markup Language angelehnten edoc-Doctype angezeigt.15 Diese XML-Darstellung wird danach 14 Zur Geschichte von SGML siehe http://www.sgmlsource.com/history/roots.htm, zur Spezifikation von XML siehe http://www.w3.org/TR/REC-xml. 15 Zu DiML siehe http://edoc.hu-berlin.de/diml/ BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 5 647
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