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Volume Heft 5

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 38.2004 (Rights reserved)

Betriebsorganisation THEMEN Gestaltung zukünftiger Bibliotheksangebote mit Methoden der Marketingforschung Ein neues DFG-Projekt des Lehrstuhls für BWL und Marketing und der Bibliothek der Universität Bielefeld Reinhold Decker, Antonia Hermelbracht 1. Einleitung Über die Zukunft der Bibliotheken bzw. ,,die Bibliothek der Zukunft" wird ge- genwärtig vielerorts diskutiert. Die Frage nach der zukünftigen Ausgestaltung von Informationsdienstleistungen ist nicht nur für Bibliothekare, sondern auch für die Nutzer entsprechender Angebote in Wissenschaft und Praxis von Inte- resse. Schwerpunkte dieser Diskussionen bilden z. B. die Weiterentwicklung elektronischer Bibliotheksdienste, aber auch die Neuausrichtung des wissen- schaftlichen Publikationsprozesses und der offene Zugang zu wissenschaftli- chen Informationen über das Internet. Die hierzu vertretenen Meinungen und Standpunkte sind so vielfältig wie die Entwicklungsmöglichkeiten und Aufga- benfelder der Bibliotheken selbst. Um zu Leistungsangeboten zu gelangen, die den zukünftigen Nutzerbedürf- nissen bestmöglich Rechnung tragen, können unterschiedliche Wege einge- schlagen werden. Eine mögliche Vorgehensweise bei der Entwicklung neuer Serviceleistungen besteht in der Anwendung praxisbewährter Methoden der Marketingforschung und -planung. Für einen in dieser Hinsicht systema- tisch betriebenen Innovationsprozess sprechen die Komplexität der Aufga- benstellung und die enorme Wichtigkeit der Thematik für eine nachhaltige Po- sitionierung der Bibliotheken im Wettbewerbsumfeld der auch zunehmend pri- vatwirtschaftlich organisierten Informationsdienstleister. Gleichzeitig muss gesehen werden, dass sich, zumindest in Industrie und Wirtschaft, wo die re- gelmäßige Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen1 häufig eine unverzichtbare Überlebensnotwendigkeit darstellt, die überwiegende Zahl der Neueinführungen nicht im Markt durchzusetzen vermögen. Neun von zehn Produkten schaffen es nicht, die für ihre Entwicklung und Einführung erforder- lichen Investitionen wieder zu erwirtschaften. Um die Misserfolgswahrschein- lichkeit auf ein Minimum zu reduzieren, wird immer häufiger der aus einem neuen Produkt für den Kunden potenziell erwachsende Nutzen in den Mittel- punkt der Überlegungen gestellt. Denn nur Produkte mit einem erkennbaren 1 Die Bezeichnungen Produkt und Dienstleistung werden im Folgenden synonym ver- wendet. BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 5 611
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