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Volume Heft 3

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 38.2004 (Rights reserved)

NOTIZEN München: Katalogdaten der Bayerischen Staatsbibliothek vollständig im Internet Die Bayerische Staatsbibliothek hat die letzte verbliebene Lücke in ihrem On- line-Katalog ­ sie betraf die Jahre 1841 bis 1952 ­ geschlossen. Die gesamten Bestände der Bibliothek ab dem Jahr 1500, rund acht Millionen Bücher, rund 45.000 laufende Zeitschriften und alle von der Bibliothek vorgehaltenen elekt- ronischen Dokumente, sind nun weltweit bequem am Bildschirm zu recher- chieren. Die Konversion des riesigen Blattkatalogs ­ 2,3 Millionen Zettel in 10.940 Schubern ­ war ein zeitraubendes und teures Unterfangen. Erste Planungen reichten zurück bis in das Jahr 2000. Ermöglicht wurde das Projekt durch stattliche Sondermittel des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Vor kurzem konnte der erste Teilabschnitt des Projekts abgeschlossen wer- den. Jeder, der Internetzugang besitzt, kann ab sofort nach Herzenslust in dem Katalog schmökern und recherchieren, 24 Stunden am Tag, an jedem Ort der Welt. Auf dem Bildschirm werden die gescannten Bilder der Katalog- blätter angezeigt, und wie im echten Katalog kann man portionsweise oder Zettel für Zettel vor- und zurückblättern. Ergänzend werden in einem zweiten Schritt ­ die Arbeit hat bereits begonnen ­ die Kerndaten dieser Zettel ma- schinenlesbar erfasst, um so auch die direkte Suche nach eingegebenen Na- men und Titelstichwörten möglich zu machen. Warum dieser Aufwand? ­ Für die Wissenschaft ist der Staatsbibliotheksbe- stand der Jahre 1841 bis 1952 von höchstem Wert. Er enthält zahllose Titel, die nirgendwo sonst auf der Welt vorhanden sind. Zu benützen aber war er all die Jahre ausschließlich mit Hilfe des jetzt konvertierten Katalogs, der in der Bayerischen Staatsbibliothek wegen des Formats seiner Blätter ,,Quartkata- log" hieß. Es gab ihn nur in einem Exemplar in der Bayerischen Staatsbiblio- thek. Jeder, der damit arbeiten wollte, war gezwungen, nach München, in die Ludwigstraße, zu kommen und dabei die Öffnungszeiten der Bibliothek genau zu beachten. Dass man Interessenten nur unter strenger Aufsicht an den Ka- talog lassen konnte ­ ein verlorenes Katalogblatt war ja gleichbedeutend mit dem Verlust des Buches, das in den Magazinen nun nicht mehr auffindbar war ­, sei nur am Rande vermerkt. Die Erfahrung zeigt, dass die Benützung derart erschlossener Bestände rasant ansteigt. Die Wissenschaft wird mehr und mehr Notiz davon nehmen, und man darf erwarten, dass die bislang nur schwer zugänglichen Buchschätze schon bald in dem Maße genutzt werden, der ihrem Wert entspricht. Zugang zum Online-Katalog: http://www.bsb-muenchen.de/opac/qk.htm 384 BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 3
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