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Volume Heft 3

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue38.2004 (Rights reserved)

THEMEN Politik sie nicht in den Kulturerzeugnissen selbst liegen." (S. 33) Auf diese Aussagen werden sich auch Bibliotheken berufen können. Daneben verdienen auch Ausführungen zur Bedeutung wissenschaftlicher Veröffentlichungen Aufmerksamkeit. Im Abschnitt über Wissenschaft ist zu lesen: ,,Zur Freiheit der Wissenschaft gehört der freie, unbehinderte wissenschaftli- che Disput und die laufende Veröffentlichung von Forschungsergebnissen. Wir sehen mit Sorge, dass immer mehr Forschungseinrichtungen entstehen, in denen die Forschung militärischen oder ausschließlich wirtschaftlichen Zwecken unterworfen wird. Sie binden verfügbare Forschungspotentiale und verhindern alternative Forschungsansätze. Sie behindern den Erkenntnispro- zess, indem sie die Ergebnisse ihrer Forschung der Öffentlichkeit vorenthal- ten." (S. 32). Wenn Veröffentlichen zugänglich machen bedeutet, dann müssen hier die Bibliotheken als vornehmste Orte der Wissens- und Informationsvermittlung mitgedacht werden, auch wenn das explizit nicht gesagt wird. Schließlich werden ähnlich wie bei der CDU ausgewogene Inhalte in den Massenmedien gefordert (S. 33). Insgesamt enthält das Programm der SPD mit Blick auf den Informationsversorgungsauftrag der Bibliotheken relevante Aussagen. Wün- schenswert wäre aber, die Rolle der Bibliotheken hierbei stärker und aus- drücklicher zu benennen. 7. Zusammenfassung und Ausblick Insgesamt vermitteln die politischen Programme in ihren verschiedenen Aus- sagen ein recht einheitliches Bild von Informationsversorgung und Bibliothe- ken. Allerdings findet sich bei keiner der Parteien eine umfassende Würdigung des Themas. Am weitesten scheinen hier aus bibliothekarischer Sicht die Bündnisgrünen zu sein, deren Grundsatzprogramm sich streckenweise wie ein bibliothekspolitisches Strategiepapier liest. Bemerkenswert sind auch die Aussagen der CSU, vor allem wenn man bedenkt, dass deren Programm schon etwas älter ist. Das Programm der CDU wird in den die Bibliotheken betreffenden Themenfeldern der aktuellen Situation am wenigsten gerecht. Zusammenfassend ist aber festzustellen, dass alle Parteien in ihrer Program- matik Ansatzpunkte bieten, um eine nachhaltige Bibliothekspolitik anzumah- nen. Von daher ist es lohnend, auch die Wahl- und Regierungsprogramme auf bibliotheksrelevante Inhalte hin zu lesen und in Gesprächen mit politischen Entscheidungsträgern präsent zu haben. 374 BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 3
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