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Volume Heft 3

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue38.2004 (Rights reserved)

Altes Buch THEMEN 4.4 Zur Erschließung des Hebraica-Bestandes der Universitätsbibliothek Rostock Heike Tröger, Dipl. Bibl. (Humboldt Universität), Universitätsbibliothek Rostock (Abt. Sondersammlungen, Sachgebiet Handschriften / Hebraica), berichtete: Die Universitätsbibliothek Rostock besitzt ca. 2400 Hebraica, d.h. überwie- gend in hebräischen Schriftzeichen gedruckte Werke in hebräischer und alt- jiddischer Sprache, aus der Zeit vom 15. bis ins 20. Jh., wobei der Schwer- punkt der Sammlung im 18. Jh. liegt. Der Bestand ist auf christliches Sammel- interesse gegründet (neben Bibeldrucken, Gebetbüchern und Werken der rabbinischen Literatur sowie christlicher Missionsliteratur bildet der Bestand zur hebräischen Philologie einen Schwerpunkt. Besonders wertvoll ist die Sammlung jiddischer Werke, beginnend mit dem ersten bekannten jiddischen Druck (Mirkevet ha-Mishneh, Krakau 1534). Ein großer Teil der Sammlung stammt aus dem Besitz des Rostocker Orientalisten Oluf Gerhard Tychsen (1734­1815), dessen Privatbibliothek und handschriftlichen Nachlass ein- schließlich des ausgedehnten Briefwechsels die Universität Rostock im Jahre 1817 kaufte. Weiterhin gehören zum Bestand Werke, die für die Universitäts- bibliothek in Rostock erworben wurden, sowie Werke aus den Bibliotheken der mecklenburgischen Herzöge, insbesondere Johann Albrechts I. (1525­ 1576), die Grundlage der Bützower akademischen Bibliothek (1772­1789) wa- ren. Durch die Auflösung der Landesbibliothek Neustrelitz im Jahre 1950 ge- langten Bibeldrucke aus der Sammlung des Neustrelitzer Theologen Andreas Gottlieb Masch (1724­1807) in die Universitätsbibliothek Rostock. Der Bestand an hebräischen Drucken ist auf mehrere Sachgruppen der im 19. Jh. entwickelten Aufstellungssystematik verteilt und durch zum Teil lateinische Titelfassungen in den Katalogen nicht eindeutig erkennbar. Durch die Retro- konversion des Alphabetischen Kataloges bis 1850 für den GVK wurden zwar Judaica, Drucke in hebräischer und jiddischer Sprache jedoch nur in Aus- nahmefällen erfasst. Eine mehrjährige Förderung der DFG ermöglichte die Erschließung des Be- standes mit dem Ziel, die Hebraica in einem gedruckten Katalog zusammen zu fassen, der die hebräischen Drucke nach Autopsie sowohl in hebräischer Schrift als auch in Transliteration verzeichnet, ergänzt durch bibliographische Nachweise und Register. Bisher erschienen ist der erste Teil des Katalogs, der die altjiddischen (jüdisch-deutschen) Drucke beschreibt (s. BIBLIOTHEKSDIENST 37 (2003), H. 12, S. 1653); für den Druck wurden die Auf- nahmen der vorab erschienenen und mit Abbildungen der Titelblätter verse- henen Ausgabe auf CD-ROM überarbeitet und ergänzt. Die beiden verblei- benden Teile des Katalogs zur hebräischen Philologie und zur hebräischen Literatur sind in Vorbereitung. Wesentlich für die Aufnahme in den gedruckten Katalog ist einerseits der Anteil an hebräischen Schriftzeichen in einem Buch, BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 3 315
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