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Volume Heft 2

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 38.2004 (Rights reserved)

NOTIZEN Die wissenschaftliche Tätigkeit des Instituts an einer Schnittstelle von Fach- wissenschaft, Pädagogik und politischer Praxis ist national und vor allem in- ternational hoch anerkannt. Die Verleihung des UNESCO Friedenspreises und die Funktion des Instituts mit seinen einzigartigen Beständen als Schulbuch- zentrum des Europarates symbolisieren diese Anerkennung. Mit der Kündigung von Nordrhein-Westfalen, das etwa 20% des Haushalts des Instituts finanziert, ist auch die Bibliothek in hohem Maße gefährdet. Die- se ist mit ihren 200 000 Schulbüchern der Fächer Geschichte, Geographie, Sozialkunde und Lesebüchern aus etwa 150 Ländern der Erde sowie pädago- gischer Literatur einmalig auf der Welt, da nirgendwo sonst in einer Bibliothek systematisch Schulbücher gesammelt werden. Sie ist Sondersammelgebiets- bibliothek der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Fernleihe angeschlossen. Die Unterrichtsmaterialien aus Deutschland, einschließlich der ehemaligen DDR, sind für den Zeitraum nach 1945 nahezu komplett vorhan- den. Die Bibliothek besitzt mit ca. 25.000 Bänden außerdem die größte ge- schlossene deutsche Schulbuchsammlung aus der Zeit vor 1945 bis zurück in das 18. Jahrhundert. Innerhalb dieser Spezialsammlung ist die historische Fi- belsammlung (1.500 Titel) ein weiteres Kleinod und einmalig in Deutschland. Die Benutzung hat seit den letzten Jahren stetig zugenommen und verzeich- nete seit 1995 allein 230 Stipendiaten aus dem nahen und fernen Ausland. Die Bibliothek macht durch Publikationen ihre Bestände für die Unterrichtspraxis sowie für die wissenschaftliche Öffentlichkeit bekannt. Dazu gehört auch eine Bibliographie zur Schulbuchforschung, die einmal jährlich veröffentlicht wird. Die Sammelschwerpunkte der Bibliothek stellen für das Genre Schulbuch eine einzigartige Forschungsgrundlage im Bereich der Bildungswissenschaften dar und sind unentbehrlich für die Schule und ihre Geschichte. Es ist völlig unverständlich, dass gerade in einer Zeit, in der sich im Deutsch- land nach Pisa allmählich die Einsicht durchsetzt, dass Bildung ­ auch im in- ternationalen Wettbewerb ­ unser wichtigstes Kapital darstellt, einer Einrich- tung wie dem Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung und seiner Bibliothek die finanzielle Grundlage entzogen wird. Dies steht zu- dem nicht im Einklang mit den offiziellen Verlautbarungen von Regierungssei- te, den Bereich Wissenschaft und Bildung nicht anzutasten Angesichts dieser ­ nicht nur für das Institut und seine Bibliothek, sondern auch für seine internationalen Partner, für die auswärtige Kulturpolitik und nicht zuletzt für Nordrhein-Westfalen selbst ­ folgenschweren Situation for- dern die Unterzeichnenden die Regierung in Düsseldorf nachdrücklich auf, die Entscheidung, aus der Trägerschaft auszutreten, zu überdenken und damit diese einzigartige Einrichtung samt ihrer weltweit einmaligen Forschungsbib- liothek zu erhalten. BIBLIOTHEKSDIENST 37. Jg. (2004), H. 2 237
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