Path:
Volume Heft 12

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 38.2004 (Rights reserved)

Recht THEMEN Herstellung der Kopie und die Schnelligkeit des Versands sind gleich. Das Pay-per-View-Angebot des Verlages ist dagegen bereits produziert und muss nur abgerufen werden. Damit sind die Argumente, dass durch Anwendung einer Ausnahme direkt in die normale Verwertung des Rechtsinhabers eingegriffen wird, nicht gegeben, denn der Kopienversand ist ein völlig anderes Angebot als der Download. Vom Rechtsinhaber angebotene lizenzierte Downloads unterliegen der Preisgestaltung des freien Markts, womit es zu befürchten gilt, dass künftig der schnelle und zeitgemäße Zugang zur wissenschaftlichen Information dem Geldbeutel des Studenten und Wissenschaftlers überlassen bleibt, wenn die gravierende Einschränkung in § 53 a verbleibt. Bislang können Urheber zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses „unbekannte Nutzungsarten“ einem Dritten (z.B. Verlag) nicht einräumen, auch dann nicht, wenn sie die ausschließlichen Nutzungsrechte übertragen (§ 31 Abs. 4). Die Digitalisierung gilt nach herrschender Rechtsauffassung erst ab 1995 als bekannte Nutzungsart. Somit muss bei jeder Digitalisierung von analogen Werken nachträglich dieses Recht vom Urheber ausdrücklich eingeholt werden. Anlass für die großen öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten initiativ zu werden. In ihren Archiven schlummern Schätze und die Ermittlung eines jeden Urhebers bzw. Mitwirkenden in einer Sendung stellt sie vor riesige Probleme. Damit bleibt dieser Fundus oft der Öffentlichkeit verschlossen. Der Stellungnahme der Sendeunternehmen7 ist zu entnehmen, dass sie eine pragmatische Lösung suchen, die das Recht des Urhebers auf angemessene Vergütung, z.B. über eine Verwertungsgesellschaft, anerkennt. Eine beispielhafte Praxis hat das Bibliothekswesen im Einvernehmen mit dem Börsenverein und der Verwertungsgesellschaft Wort bereits mit DigiZeitschriften eröffnet. Bei der Retrodigitalisierung von Zeitschriften können sich die Bibliotheken auf das Archivprivileg (§ 53 Abs. 2 Nr. 2) berufen. Dieses Recht erlaubt aber nur die Herstellung einer digitalen Kopie und die interne Nutzung, nicht aber das elektronische Archiv zu verbreiten oder öffentlich zugänglich zu machen (§ 53 Abs. 6). Die Einholung der Zustimmung aller Autoren, Fotografen, Grafiker usw. ist ein schier unlösbares Problem. So gingen die vorstehend genannten Parteien ein Bündnis ein, indem der Verlag die Zustimmung erteilt und die VG Wort eine angemessene Vergütung von den Bibliotheken für Verlage und Autoren einzieht und verwaltet. 7 Die Stellungnahme der öffentlich-rechtlichen www.urheberrecht.org veröffentlicht. BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 12 Sendeanstalten ist unter 1623
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.