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Volume Heft 1

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue38.2004 (Rights reserved)

THEMEN Betriebsorganisation und des Sozialwesens. Im Interesse einer jeden Reform von Verwaltungsstrukturen muss es liegen, Entscheidungswege in der Verwaltung so zu verkürzen, dass den Bürgerinnen und Bürgern schnelle Entscheidungen und Serviceleistungen angeboten werden können. Dies ist nur möglich mit der Delegation von Verantwortung – eine Grundvoraussetzung, die auch in der Binnenorganisation Öffentlicher Bibliotheken Beachtung finden sollte. 2. Einsparungen in öffentlichen Haushalten Die Gründe hierfür liegen in der Vermutung, dass die Verwaltung Kosten sparen kann, ohne dass ihre Effektivität gefährdet ist. Dieses Ziel könnte beispielsweise erreichbar sein vor dem Abbau von Zwischeninstanzen traditioneller Verwaltungsstrukturen. Der Weg dazu läuft in der Regel über die Budgetierung selbstständig gestellter Organisationseinheiten in unterschiedlicher Ausprägung – je nach „Liberalisierungsgrad“ und „Kontrollabsicht“. Die Disziplinierung der Ausgabenmentalität der in unterschiedlichen Graden selbstständig gestellten Organisationseinheiten wird durch knapp formulierte Budgets erreicht. Auf diese Art und Weise kann jedoch auch die Verantwortung für „unpopuläre“ Entscheidungen, die durch das Einsparungsziel notwendig werden, auf die unmittelbar anwendende Ebene delegiert werden. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass Diskussionen über Veränderungen leichter werden, wenn die betroffenen Kolleginnen und Kollegen in den Entscheidungsprozess eingebunden sind und sich auch sofort mit den finanziellen Auswirkungen ihrer Entscheidungen beschäftigen müssen. 3. Nutzung bisher verborgener Kreativitäten Die Absicht, nach sogenannten „verborgenen Kreativitätspotenzialen“ zu forschen, ist, Motivationen bei der Umsetzung von Strukturen zu stärken. Eigene Ideen und ihre Umsetzung motivieren die Leistungsfähigkeit. Mit der Möglichkeit, bisher verborgene Kreativitätspotenziale zu nutzen, ist in der Regel auch die Hoffnung verbunden, das Image einer Stadt oder eines Gemeinwesens attraktiver zu gestalten, beispielsweise mit Hinweisen auf die Bedienung zeitnaher politischer Forderungen wie „weniger Staat“, „mehr Freiheit“, „Liberalisierung“ ... 4. Generelle Wirtschaftsinteressen eines Gemeinwesens Umformungen von städtischen Dienstleistungen in neue Rechtsformen können diesen neu strukturierten Einrichtungen mehr Flexibilität bei der Erbringung ihrer Aufgaben ermöglichen. Beispiele für sogenannte „Privatisierungen“ gibt es reichlich, wenn auch nicht im Bereich der Bibliotheken. Hingewiesen sei hier auf ÖPNV, Entsorgungsunternehmungen usw. Je nach Rechtsform können mit Überführungen öffentlicher Dienstleistungen in privatrechtliche Strukturen auch Veränderungen des öffentlichen Dienst1592 BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 12
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