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Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 38.2004 (Rights reserved)

THEMEN Politik Wie weiter? ­ Resümee Am Ende der Tagung in Berlin und zur Frage ,,wie weiter" hatte der leider ver- hinderte Georg Ruppelt ­ Direktor der Niedersächsischen Landesbibliothek Hannover und Sprecher des BDB ­ seinen Mitarbeiter Ulrich Kandolf gebeten, über den Stand der Vorbereitungen des für den 10. und 11. Mai 2005 in Han- nover geplanten Symposiums ,,Jüdischer Buchbesitz als Raubgut" zu berich- ten. Eine der Leitfragen wird sein: ,,Wo stehen wir sieben Jahre nach der Wa- shingtoner Konferenz und zweieinhalb Jahre nach dem Hannoverschen Ap- pell". Zur Bestandsaufnahme war ein Fragebogen von der Koordinierungsstel- le entwickelt und an wissenschaftliche und größere öffentliche Bibliotheken (DBV-Sektionen I, II, IV und V) versandt worden, der danach fragt, inwieweit die Suche nach Kulturgütern begonnen wurde, ob dabei ungeklärte oder be- lastende Provenienzen festgestellt wurden, die Ergebnisse veröffentlicht wur- den, ob und wie viel Mittel zur Verfügung standen, welche Probleme die Arbeit belasten usw. Unter dem Motto: ,,Am 10. Mai dabei!" werden z.B. die Ergeb- nisse dieser Fragebogenaktion vorgestellt werden.25 Internationale Gäste, ins- besondere aus dem Ostblock, sind eingeladen wie auch Zeit für Erfahrungs- 26 austausch eingeplant; der Call for papers läuft . Noch einmal wird die Aus- stellung von ,,Seligmanns Büchern" zu sehen sein.27 Im Rückblick auf die Tagung in Weimar 2003 kann festgestellt werden: 1. Die Vertreter der Bundesregierung gehen offensichtlich größere Schritte auf die Positionen ,,fair und gerecht" zu (,,Im Zweifel ist ,makelhafter' Besitz zu- rückzugeben ­ ohne wenn und aber"). 2. Rückgabeverhandlungen mit Russland über Beutekunst werden unterstützt durch Versuche, nicht-staatliche Institutionen ­ wie etwa Stiftungen ­ einzu- schalten. 3. Und generell stellt sich immer öfter die Frage ­ die nicht nur Rückgaben deutschen oder jüdischen Kulturgutes betrifft ­, ob tatsächlich und real wirk- lich alles und immer zu restituieren ist. Dabei kristallisiert sich der Standpunkt heraus: Am wichtigsten wäre eine Gewährleistung des freien Zugangs zu den Objekten und Büchern. 25 Der Fragebogen ist einsehbar unter www.lostart.de. Rücksendeschluss ist am 15. November 2004. 26 Kontakt: Ulrich Kandolf, Niedersächsische Landesbibliothek Hannover, E-Mail: Ulrich.Kandolf@mail.nlb-hannover.de . 27 Siehe dazu Rainer Strzolka: Die Ausstellung ,,Seligmanns Bücher" (und weitere Berich- te über das Hannoveraner Symposium 2002). In: AKMB-news 9 (2003), H. 1, S. 3­15. 1492 BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 11
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