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Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 38.2004 (Rights reserved)

Erwerbung THEMEN ,,Neue Rollen für Bibliotheken und Benutzer im Bereich der elektronischen Fachinformation" standen im Mittelpunkt des Beitrags von Dr. Andreas Degk- witz (Technische Universität Cottbus). Dabei stellte er einer auf kostenpflichti- ge Angebote bezogenen Sichtweise das Open-Access-Modell an die Seite, das sich Bibliotheken und Hochschulen als interessante Alternative anbiete. Unter anderem hob er die Notwendigkeit einer stärkeren Bündelung verfügba- rer Ressourcen und die Förderung der Medienkompetenz der Endnutzer auch durch die Bibliotheken hervor. In seinem Resümee forderte der Referent eine Konzentration der Bibliotheken auf ihre Kernkompetenzen und deren Weiter- entwicklung. In der Diskussion wurde u. a. die Frage gestellt, ob Wissen- schaftler tatsächlich dazu bereit seien, in den bislang noch wenig renommier- ten Universitätsverlagen zu publizieren, und ob der Open Access-Ansatz letz- ten Endes tatsächlich der kostengünstigere Weg sei. In diesem Zusammen- hang wurde auch die Definition der bibliothekarischen Kernkompetenzen kontrovers diskutiert. Insgesamt kann als Tenor der Diskussion festgehalten werden, dass die Weiterentwicklung von Open-Access-Modellen durchaus aktiv betrieben werden sollte, dass aber noch offen sei, wie die Rolle der Bib- liotheken in solchen Modellen auf lange Sicht aussehen werde. Auf die beiden ökonomisch akzentuierten Vorträge folgte eine Reihe von Im- pulsreferaten, die der Profilierung alternativer Lösungsansätze für die Sicher- stellung der überregionalen Informationsversorgung dienten. Zunächst stellte Dr. Wilfried Enderle (Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen) ,,bedarfsori- entierte nationale Lizenzierungskonzepte für virtuelle Fachbibliotheken" vor. In einem ersten Schritt skizzierte der Referent die Rahmenbedingungen im von ihm betreuten Sondersammelgebiet ,,angloamerikanischer Kulturraum". Es gebe mehrere umfangreiche Volltextdatenbanken, die in den USA den Grund- bedarf von Forschung und Lehre abdeckten, in Deutschland aber eher für ei- ne kleinere, spezialisierte Nutzergruppe relevant seien. Da aufgrund dieser Konstellation die Subskription durch deutsche Bibliotheken eher uninteressant sei, wachse der Druck auf die zuständige virtuelle Fachbibliothek, sich um ei- ne überregionale Zugriffsmöglichkeit zu bemühen. Als Alternativen böten sich hier erstens der Erwerb einer Nationallizenz durch die SSG-Bibliothek, zwei- tens der Erwerb nationaler Zugriffsrechte durch eine Gruppe interessierter Bibliotheken sowie drittens die Bildung eines Fachkonsortiums an. Der Refe- rent betonte außerdem, dass für jedes Produkt und jedes Sondersammelge- biet unterschiedliche Rahmenbedingungen gegeben sein könnten, die bei Li- zenzverhandlungen zu beachten seien. Hervorgehoben wurde außerdem, dass die technischen Voraussetzungen zur Einbeziehung nutzungsbezogener Komponenten in die Lizenzgestaltung gegeben seien, und dass auch die För- derpolitik durch eine stärkere Orientierung auf die Nutzungsintensität einzelner Ressourcen flexibilisiert werden sollte. BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 11 1465
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