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Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 38.2004 (Rights reserved)

Erwerbung THEMEN ,,Nosse volunt omnes, mercedem solvere nemo"? Pay-per-Use als Instrument der überregionalen Informationsversorgung Workshop an der Bayerischen Staatsbibliothek Gregor Horstkemper In seinen ,,Satiren" legt Juvenal einem Rhetorik-Lehrer die im Titel dieses Bei- trags zitierte Klage in den Mund, dass alle seine Schüler nach Wissen gierten, aber keiner von ihnen bereit sei, dafür auch einen Preis zu zahlen.1 Ganz of- fensichtlich hat also die Frage, wie sich die prinzipielle Wertschätzung wis- senschaftlicher Fertigkeiten und Kenntnisse in die Bereitschaft zur Entrichtung eines Entgelts für die Vermittlung entsprechender Wissensbestände ummün- zen lässt, bereits eine lange Tradition. Die Suche nach einer zeitgemäßen Antwort gehört zu den Aufgabenstellungen eines von der Bayerischen Staats- bibliothek seit August 2003 betriebenen und von der Deutschen Forschungs- gemeinschaft geförderten Projekts, das der Entwicklung von Lösungsmodel- len für die überregionale Bereitstellung von Online-Datenbanken im Bereich geisteswissenschaftlicher Sondersammelgebiete gewidmet ist. Während die Sondersammelgebiets-Bibliotheken ihrem Auftrag zur überregionalen Informa- tionsversorgung im Bereich der Monographien und Zeitschriftenaufsätze mit Hilfe von Fernleih- und Dokumentliefersystemen nachkommen können, steht für den zunehmend bedeutsamen Bereich der Online-Datenbanken noch kein entsprechendes Instrumentarium zur Verfügung. Viele für Forschung und Leh- re relevante Datenbanken sind daher im Regelfall nur über eine begrenzte Zahl wissenschaftlicher Bibliotheken zugänglich, die durch den Erwerb einer entsprechenden Lizenz ihren eingeschriebenen Nutzern den Zugriff gewähren können. Als ein möglicher Lösungsansatz für die Versorgung solcher Interes- senten, deren Bibliothek keine Lizenz für den Zugriff auf die gesuchte Daten- bank erworben hat, oder die keinen Zugang zu einer zugriffsberechtigten Bib- liothek haben, bietet sich das Pay-per-Use-Modell an. Dieses Modell wird im Rahmen des Münchener Projekts auf seine Realisierbarkeit im Bereich geis- teswissenschaftlicher Online-Datenbanken geprüft. Durch die Aushandlung entsprechender Vereinbarungen mit den Anbietern wissenschaftlicher Daten- banken soll die Möglichkeit des überregionalen Zugangs eröffnet werden, wobei die Benutzer für den Zugriff ein Entgelt zu entrichten haben. Neben der Schaffung der technischen und organisatorischen Voraussetzungen durch den Aufbau einer Pay-per-Use-Plattform gehört die Untersuchung der Akzep- 1 Juvenal: Satiren, München 1993, S. 158. BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 11 1457
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