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Volume Heft 11

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 38.2004 (Rights reserved)

THEMEN Bibliotheken Es ist offenkundig, dass diese Mangelwirtschaft im inhaltlichen und techni- schen Bereich primär auf die zu geringe materielle Basis und die wenig stan- dardisierte Angebotsseite mit proprietären Formaten zurückzuführen ist. Gleichzeitig ist beobachtbar, dass mit der mangelhaften Ausstattung im säch- lichen Bereich zunehmend auch ein Mangel im personellen Bereich einher- geht. Es ist unbestritten, dass die Versorgung mit digitalisierten Informationen eine notwendige, zugleich aber auch zusätzliche Aufgabe der hybrid gestalte- ten Hochschulbibliotheken ist, die neben den ,,traditionellen papierorientier- ten" Aufgaben zu leisten ist, die auch auf Dauer nicht wegfallen, auch wenn sie in anderen Arbeitsformen vollzogen werden können bzw. auch müssen. 40 Zusätzliche Aufgaben ­ das sagt schon der gesunde Menschenverstand ­ können nur dann erfüllt werden, wenn dafür auch zusätzliches Personal be- reitgestellt werden kann ­ von den bescheidenen Rationalisierungseffekten beim Wechsel von manuellen zu EDV-gestützten Arbeitsverfahren einmal ab- gesehen.41 Genau das ist aber nicht der Fall. Trotz einer erkennbar höheren und qualitativ auch stärker fordernden Aufgabenvielfalt wird unverdrossen in den Bibliotheken weiter Personal abgebaut, Bibliothekare werden zu EDV- /deutsch/content/wir_ueber_uns/akt_entwicklungen.htm #aktuelle_projekte [Letzter Aufruf: 14.9.2004]. 40 Diese Erkenntnis findet sich auch in den Hochschulverträgen des Landes Berlin mit seinen Hochschulen, hier in § 4 Planungssicherheit, Absatz 2: ,,(2) Legen das Land oder andere staatliche Stellen Berlins den Hochschulen einseitig zusätzliche Aufgaben oder Lasten im Bereich von Lehre, Forschung und Studium auf, ist der dadurch entstehende Mehraufwand vom Land auszugleichen, sofern die Einzelmaß- nahme pro Jahr 10 000 Euro an einer Fachhochschule und 50 000 Euro an einer Universität übersteigt." in: Vertrag gemäß Artikel II des Haushaltsstruktur- gesetzes 1997 zwischen dem Land Berlin ... und der Freien Universität Berlin, online zugänglich unter der URL: http://www.senwisskult.berlin.de/cgi- bin/frames.pl?http://www.senwisskult.berlin.de/2_hochschulen/inhalt/2_hochpolitik/ 3_vertraege/ [Letzter Aufruf: 14.9.2004]. ­ Wollte man auf dieser Grundlage zusätzli- che Personalmittel einfordern, um die auch vom Land Berlin mitgetragenen Empfeh- lungen der Wissenschaftsgremien für den Hochschulbibliotheken neu zuzuordnen- den Aufgaben zu realisieren, unter anderem die Entwicklung zu Zentren der Versor- gung mit digitalen Informationen und Publikationen und die Unterstützung der Leh- renden und Lernenden mit entsprechenden Schulungen und Dienstleistungen, würde sich sehr schnell zeigen, dass dafür ,,natürlich" keine zusätzlichen Mittel be- reitgestellt werden können. Ähnliche Erfahrungen mussten wir bereits bei der Emp- fehlung machen, ein Prozent des Erwerbungsetats zusätzlich für die Bestandserhal- tung einzusetzen. 41 Hierzu gilt als gesicherte Erfahrung, dass die Bereitstellung eines OPAC mit Bestell- komponente rund um die Uhr das Benutzungsaufkommen erheblich steigen lässt, die ,,traditionelle" Dienstleistung der korporalen Medienausleihe also zunimmt. 1414 BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 11
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