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Volume Heft 10

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 38.2004 (Rights reserved)

NOTIZEN eingegangen sind, als unwiederbringlich verloren gelten. Den Schwerpunkt dieser Sammlung bildeten Druckschriften zur Geschichte und Ausgaben der klassischen Autoren. Weiterhin sind zahlreiche Texte von Mitgliedern der 1617 in Weimar gegründeten Fruchtbringenden Gesellschaft verbrannt. Von den im Rokokosaal vorhandenen Kunstwerken, Skulpturen, Bildern und Zeichnungen, sind viele vom Löschwasser stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Mehr als vierzig Bilder, vorwiegend Porträts aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, verbrannten auf der zweiten Galerie und angrenzenden Räum- lichkeiten. Das Deckengemälde ,,Genius des Ruhms", eine Kopie nach Anni- bale Carracci (1560­1609) von Johann Heinrich Meyer (1760­1832) aus dem Jahre 1794, und das einzige frühe, um 1760 angefertigte Porträt Anna Amalias von Johann Friedrich Löber (1709­1772) sind für Weimar besonders schmerz- liche Verluste. Zu den im Rokokosaal aufgestellten und durch die Katastrophe beschädigten Büsten gehört die von Ludwig Klauer (1782­1805 in Weimar tä- tig) angefertigte Schillerbüste, die sogenannte ,,Weimarer Totenmaske". Etwa 40.000 Bücher weisen starke Beschädigungen durch Löschwasser auf. Sie wurden ab dem 3. September sukzessive zur Gefriertrocknung in das Zentrum für Bucherhaltung Leipzig transportiert. Wasserschäden weist auch die berühmte Sammlung von ca. sechshundert Bibeln aus der Zeit seit dem 16. Jahrhundert auf. Als eines der ersten Stücke konnte die so genannte Luther-Bibel aus dem Jahre 1534 vor den Flammen in Sicherheit gebracht werden. Andere Teile der wertvollen Sammlungen wie die mittelalterlichen Handschrif- ten, die Inkunabeln, die weltweit größte Faust-Sammlung, die Shakespeare- Bibliothek, Nietzsches Privatbibliothek etc. sind unversehrt, da sie in einem anderem Magazin untergebracht waren. Insgesamt besaß die Bibliothek vor dem Brand 1 Mio. Bände. Die Vorbereitungen für die Eröffnung des Erweiterungsbaus laufen weiter. Der Termin Februar 2005 soll gehalten werden. Erst von diesem Zeitpunkt an kann der Benutzungsbetrieb einschließlich des Fernleihverkehrs und des Aus- kunftsdienstes wieder aufgenommen werden. Mehr zu den Sammlungen der Herzogin Anna Amalia Bibliothek finden Sie un- ter: http://www.weimar-klassik.de/de/haab Über die weiteren Bergungs- und Sanierungsarbeiten finden Sie Informationen unter: http://www.anna-amalia-bibliothek.de Spenden für den Wiederaufbau können auf das Konto des Freundeskreises eingezahlt werden: Gesellschaft Anna Amalia Bibliothek e.V., Konto Nr. 301 040 400 bei der Sparkasse Mittelthüringen, BLZ 820 510 00 1330 BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 10
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