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Volume Heft 2

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue38.2004 (Rights reserved)

AUS DER BDB und Sozialschichten und aus vielen Herkunftsländern. Um die Leseförderung der Kinder und Jugendlichen zu verbessern, müssen Bibliotheken stärker als bisher mit Lehrern und den Fachhochschulen im Bereich Bibliotheks- und Do- kumentationswesen kooperieren. In Zusammenhang mit der Bildungsdebatte um die PISA-Studie kommen die Bibliotheken kaum vor. Grundlage aller Maßnahmen zur Leseförderung müsse daher ­ neben dem Bewusstsein von der Bedeutung des Lesens ­ sein, den Stellenwert der Bibliotheken zu erken- nen und sie zu einem ,,Lebensraum" für die Kinder und Jugendlichen werden zu lassen. In ihrem Vortrag ,,Lesemotivation und der Umgang mit Kinderliteratur in der Grundschule" stellten die beiden Erziehungswissenschaftlerinnen Dr. Monika Plath und Prof. Dr. Karin Richter von der Universität Erfurt die Ergebnisse ihrer empirischen Forschungen an Grundschulkindern, Eltern und Deutschlehrerin- nen zum Medien- und Leseverhalten innerhalb und außerhalb der Schule vor. Zentrale Forschungsfragen für die Schüler waren dabei ,,Was gefällt dir am Lesen besonders gut" und ,,Was gefällt dir am Lesen gar nicht?" Die große Mehrheit der kindlichen Antworten beziehen sich dabei auf die Wirkung fikti- ver Literatur, die bei den Kindern Emotionen auslöst und deren Phantasie an- regt. Die Befunde weisen hierbei auf eine positive Beziehung vieler Kinder zu Literatur hin, die jedoch nicht im Literaturunterricht der Schule initiiert wurde. Hinsichtlich der Literaturvorlieben der Grundschulkinder kann festgehalten werden, dass die ,,Literatur, die Abenteuer erzählt", dominierend ist und über die einzelnen Grundschulklassen hinweg die größte Konstanz aufweist. Bei der Literaturauswahl der Deutschlehrerinnen in der Grundschule hingegen zeigt sich, dass sog. ,,wahre Geschichten" dominieren. Die Literaturauswahl der Lehrerinnen geht damit eindeutig an den Lesebedürfnissen der Grund- schulkinder vorbei. Im Zentrum der literarischen Erziehung steht das Gespräch über die Literatur. Daher wurden die Schüler nach ihrem Wunsch und der von ihnen empfunde- nen Häufigkeit der Kommunikation über Literatur befragt. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Lehrer die am wenigsten bevorzugten Gesprächspart- ner über Literatur, Film und Fernsehen sind. Als neue Wege zur Entwicklung der Lesemotivation schlugen Frau Dr. Plath und Frau Prof. Richter abschließend getrennte Wege für den Erwerb von Le- sefähigkeiten und -fertigkeiten einerseits und von Lesemotivation und ästheti- scher Genussfähigkeit andererseits vor. ,,Vorlesen oder Erzählen durch die Lehrpersonen, Einsatz von Hörkassetten, Zugang zur Geschichte über Illustra- tionen (...) scheinen als Wege der Entwicklung von Lesemotivation und ästhe- tischer Genussfähigkeit geeignet zu sein." 14 BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 1
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