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Volume Heft 9

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 38.2004 (Rights reserved)

NOTIZEN Die Sektion ,,Sponsoring und Fundraising für wissenschaftliche Bibliotheken" wurde von Dr. Jens Uwe Böttcher bestritten. Für Bibliotheken gehe es nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie einer Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, das Einwerben von zusätzlichen Geldern sei auf jeden Fall er- forderlich. Grundvorrausetzung hierfür sei es, die eigene Einrichtung und de- ren Besonderheiten genau zu kennen. Fundraising basiere auf der Idee, das eigene Anliegen zum Anliegen des potentiellen Sponsors zu machen und so dessen optimale Unterstützung zu erhalten. Werde der Sponsor mit Rat und Tat in das Projekt eingebunden, ergebe sich daraus eine intensive Partner- schaft und Unterstützung. Dazu sei es jedoch nötig, das richtige Projekt mit dem richtigen Partner zusammenzubringen. Die Bibliothek selbst müsse als Vermittler, Koordinator und Katalysator auftreten, was Engagement, Geduld, Beharrlichkeit und Ausdauer erfordere und einen Perspektivwechsel hin zur Kunden- und Fördererorientierungen voraussetze. Aus Sicht von Firmen, die als Sponsoren auftreten, sei es zum Beispiel wichtig, dass diese die bereitge- stellten Gelder als Werbungskosten und damit als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen könnten. Wichtig sei es, zu beachten, dass Fundraising nichts mit Bettelei zu tun habe und nicht Klagen, sondern Problemlösungen unterstützt und gefördert würden. Daher solle beim Akquisitionsgespräch auch im Indikativ und auf gleicher Augenhöhe geredet werden. Eine konkrete Summe nennen zu können, sei dabei von Vorteil. Das größte Wachstum auf dem Gebermarkt sah Böttcher bei den privaten mäzenatischen Förderern. ,,Global Player" stellten ihre Gelder meist nur für Großprojekte zur Verfügung. Gerade Bibliotheken verfügten mit ihren Benut- zern über eine Menge direkter Kontakte und potentieller Förderer. Entschei- dend dafür, vermögende Personen und Familien, die dem Gemeinwesen et- was zurückgeben wollten, anwerben zu können, sei es, den Gegenüber zu akzeptieren und zu respektieren. Zudem sei stets zu bedenken, dass ein inte- ressantes, zukunftsträchtiges, zeitnahes Projekt mit einem realistischen Ziel und lokalem Bezug meist bessere Chancen habe einen Mäzen anzusprechen, als die Bitte um eine Spende für die Einrichtung als Ganzes. Im Anschluss an diese beiden Sektionen kam man im Audimax der Fach- hochschule Friedberg zu einer Podiumsdiskussion zum Thema ,,Sponsoring für Bibliotheken" zusammen. Geleitet von Aloys Lenz, nahmen hieran die Re- ferenten der zwei Sektionen für wissenschaftliche Bibliotheken, Herr Böttcher, Frau Hähner, Herr Dr. Junkes-Kirchen und Herr Dr. Schmidt sowie Frau Dr. Daniele Bruns von der Merck KGaA in Darmstadt und Dr. Thomas Wurzel von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen teil. Da Geldeintreiben ein mühsames Geschäft sei, schlug Dr. Junkes-Kirchen vor, diese Arbeit mit Prämien zu versüßen. Aus der Sicht eines Sponsors be- tonte Frau Bruns, ihre Firma wolle durch ihr Engagement vor allem Vertrauen 1152 BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 9
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