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Volume Heft 9

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 38.2004 (Rights reserved)

NOTIZEN zusätzlichen Beitrag müsse jedoch auf jeden Fall das Land leisten. Zur Scha- densprävention sei es zunächst wichtig, keine bereits geschädigten Medien zu erwerben. Darüber hinaus müsse man die klassischen Forderungen nach geeigneter Lagerung in den Magazinen, Einhaltung der Norm DIN ISO 1197 beim Bibliotheksbau und Schulungen des Personals vor allem im Bereich der Benutzung weiter verfolgen. In der anschließenden Diskussion wurde unter anderem die Frage erörtert, ob denn jedes Buch restauriert werden müsse oder ob man zur Kostenreduktion selektieren könne. Herr Dr. Junkes-Kirchen meinte, man sollte zu Beginn ei- nes Restaurierungsprojektes prüfen, ob das vorliegende Werk in anderen hes- sischen Bibliotheken in gutem Zustand vorhanden sei, eine Verfilmung vorlie- ge oder es in besserem Zustand antiquarisch beschafft werden könne. Dr. Schmidt schlug vor, man solle eine gemeinsame Strategie zur besseren Ab- stimmung über die Bestände und die Bestandsschäden entwickeln, was auf breite Zustimmung stieß. Im zweiten Vortrag der Sektion stellte Frau Ulrike Hähner von der Universitäts- bibliothek Marburg das in ihrem Haus als zentraler Dienst unmittelbar unter der Direktion angesiedelte Bestandserhaltungsmanagement vor. Ziel sei es, Restauration und Bestandserhaltung in den Bibliotheksalltag besser einzubin- den, das Wissen über den sachgemäßen Umgang mit den Beständen in sämt- lichen Bibliotheksabteilungen zu schärfen, da Schäden aus nachlässigem und unsachgemäßem Umgang leicht zu verhindern seien. Weitere Aufgaben des Bestandserhaltungsmanagements seien etwa die Bewertung der Archivwür- digkeit von Beständen, die Analyse und Erfassung von Schadensbildern und die Kooperation mit regionalen und überregionalen Einrichtungen zur Scha- densbehebung und Planung der Notfallvorsorge beispielsweise bei Wasser- schäden. Im täglichen Bibliotheksbetrieb richteten sich die Erhaltungsmetho- den in Marburg nach der Benutzungshäufigkeit. In der neu eingeführten Sam- melstelle für beschädigte Bücher werde zunächst die Benutzungsfrequenz ermittelt, selten benutzte Bücher würden wieder ins Magazin gebracht, bei häufig benutzten Titeln würden Restaurator und Fachreferent gemeinsam über das weitere Vorgehen entscheiden. Als konkrete Projekte im Rahmen des Be- standserhaltungsmanagements habe man sich in Marburg bislang mit dem Problem des Papierzerfalls bei den Hassiaca, dem Tintenfraß im Savingny- Nachlass und mit Salzschäden an rund 4000 Bänden beschäftigt. In Koopera- tion mit anderen Institutionen seien dabei Restaurierungsstrategien für die verschiedenen Schadensbilder erarbeitet worden. So habe man sich 2001- 2002 etwa an dem DFG-Projekt zum Problem der Entsäuerung beteiligt. Zum Auftakt des Projektes gegen den Tintenfraß sei Ende April 2004 ein Experten- kolloquium zur wissenschaftlichen Begutachtung zusammengekommen. BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 9 1151
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