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Volume Heft 9

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 38.2004 (Rights reserved)

NOTIZEN Thema ,,Sponsoring und Lobbyarbeit". Redner waren Ilona Munique vom WEGA-Team Stuttgart und Jürgen Heckel von der Stadtbücherei Garching, moderiert wurde die Veranstaltung von Jutta Duchmann, Stadtbibliothek Neu- Isenburg, und Ute Grabhorn von der Stadtbücherei Rüsselsheim. Den Bibliothekaren aus wissenschaftlichen Bibliotheken bot sich in der Fach- hochschule Friedberg derweil die Wahl zwischen den beiden Sektionen ,,Be- standserhaltung" sowie ,,Fundraising und Sponsoring". Zum ersten Thema stellte Dr. Wilhelm Schmidt von der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main als Moderator einleitend fest, dass die Bestandserhaltung ange- sichts etwa 40% geschädigter Bibliotheksbestände eine wichtige Aufgabe des Bibliotheksmanagements geworden sei. In einzelnen Bibliotheken wie der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main habe man dazu bereits eigene Abteilungen gegründet. In Bayern und Sachsen seien Länderpro- gramme entwickelt worden. Um Ideen und Gelder zu koordinieren, habe man die bundesweite ,,Allianz zur Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes" gegrün- det, deren aktuelles Projekt die ,,Strategische Bestandserhaltung" untersuche. In Hessen habe sich darüber hinaus eine Gruppe von Bibliothekaren und Res- tauratoren zusammengefunden, um die Ausstellung ,,Zerrissen, zernagt, zer- fallen ­ Bestandsschäden in Hessischen Bibliotheken" zu konzipieren. Die im Wetterau-Museum in Friedberg gezeigten Exponate sollen die verschiedenen Schadensbefunde exemplarisch verdeutlichen. Einen wesentlichen finanziel- len Beitrag zur Ausstellung habe die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen- Thüringen geleistet. Die Idee der Stiftung sei es, so Schmidt, weitere Ausstel- lungen dieser Art in anderen hessischen Städten zu zeigen, um den Verfall des in Bibliotheken lagernden Kulturgutes einem größeren Publikum bewusst zu machen. Im Anschluss an diese einleitenden Bemerkungen zeichnete Dr. Klaus Jun- kes-Kirchen von der Stadt- und Universitätsbibliothek in Frankfurt am Main eine erschreckende Schadensbilanz. In schneller Folge präsentierte er Zahlen, die den schlechten Zustand nicht nur der alten Bestände, sondern auch der Gebrauchsliteratur aufzeigten und seine Charakterisierung der Bestandsschä- den als Massenphänomen rechtfertigten. Die seit 2001 im Auftrag der Konfe- renz der Direktorinnen und Direktoren der wissenschaftlichen Bibliotheken in Hessen (HDK) tätige Arbeitsgruppe Bestandserhaltung ermittelte für die sechs wissenschaftlichen Bibliothek in Hessen 42% geschädigte Bestände, zu de- ren Erhalt etwa 34,5 Millionen Euro nötig wären. In der Universitätsbibliothek Kassel seien beispielsweise alle historischen Karten und Photographien, in der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt 66% der Inkunabeln ge- schädigt. Angesichts der Zahlen warf Junkes-Kirchen auch gleich die Frage auf, wie die Bestandserhaltung finanziert werden könne. Er schlug vor, einen Teil des Erwerbungsetats für die Restaurierungsarbeiten zu verwenden, einen 1150 BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 9
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