Path:
Volume Heft 9

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 38.2004 (Rights reserved)

NOTIZEN lau/Wroclaw, vorgestellt von deren Direktorin Grazyna Piotrowicz, zeigt ein- drücklich die wahrlich nicht einfache deutsch-polnische Geschichte. Die Möglichkeiten deutsch-polnischer Zusammenarbeit war Schwerpunkt des zweiten Konferenztages. Deutsch-Polnische Bibliothekskooperationen im Rahmen der Europäischen Union wurden dabei von Hans-Peter Geh (Stutt- gart) vorgestellt, Jerzy Andrzejewski (Lodz) beschrieb das Projekt der Katalo- gisierung der musikwissenschaftlich ausgesprochen bedeutenden Sammlung ,,Spitta", das ­ gefördert von der Siemens-Stiftung ­ in Lodz von der Universi- tät der Künste (Berlin) durchgeführt wird, zu deren Bestand die gesamte Sammlung gehörte. Annette Gerlach (Berlin) stellte das mit der UB Lodz ge- meinsam durchgeführte Digitalisierungsprojekt der Flugschriften zur Revoluti- on 1848/49 der Sammlung des Arztes George Friedlaender vor, einer Samm- lung, die sich bis zum Zweiten Weltkrieg in der Berliner Stadtbibliothek befun- den hat. Einen aktuellen Überblick über deutsch-polnische Kulturzusammenarbeit gab die Leiterin des Dokumentationszentrums Hanna Lakarzewska; während die Direktoren der Universitätsbibliothek der Viadrina-Universität in Frankfurt/ Oder und des Collegium Polonicum in Slubice, Hans-Gerd Happel und Grazy- na Twardak die ,,unspektakuläre", aber sehr erfolgreiche Zusammenarbeit auf allen Gebieten der bibliothekarischen Arbeit im Grenzgebiet Frankfurt/Slubice beeindruckend schilderten. Eine konkrete Projektidee für eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Be- standserhaltung zeigte der Bestandserhaltungsspezialist Ernst Becker (Stutt- gart) auf und berichtete von entsprechenden deutsch-russischen Projekten, die in Moskau und St. Petersburg bereits dazu geführt haben, dass sich klei- nere Restaurierungszentren in Gründung befinden. Interesse an solchen Part- nerschaften gab es auch auf polnischer Seite. Ausgehend von den bereits erfolgreich und hier nicht abschließend aufgezähl- ten Projekten der deutsch-polnischen oder deutsch-russischen Partner lassen sich generelle Grundsätze zur Diskussion stellen, die das weitere Vorgehen bei diesen Fragen bestimmen sollten. Zentrales Anliegen muss es sein, Transparenz über den Standort von Beständen zu finden und die Zugänglich- keit zu sichern. Doch sind hierfür keine für alles gleichermaßen gültigen Forderungen notwendig, sondern sollten an der Sache orientiert sein. Dabei wird man die Fragen einer Gutenberg-Bibel anders bewerten als die einer Sammlung mit Titeln deutscher Autoren aus dem 19. Jahrhundert. Auch ist die Frage der Nutzung von Originalen unter dem gleichen Gesichtspunkt der Bestandserhaltung zu sehen wie prinzipiell in der internationalen Fach- diskussion erkennbar. Ersatzkopien (durch Sicherungsverfilmung oder Digitalisierung) können einen wesentlichen Schutz bedeuten und im vorliegenden Fall sogar zusätzlich die Zugänglichkeit vereinfachen. Nicht für alle wissenschaftlichen Fragen muss ein Original selbst in die Hand 1146 BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 9
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.