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Volume Heft 9

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue38.2004 (Rights reserved)

THEMEN Recht Nach Ansicht von Verlagen und ihren Verbänden verletzen also sowohl der Kopiendirektversand, als auch der Kopienversand im Rahmen des Leihver- kehrs deutsches, englisches und amerikanisches Urheberrecht sowie europä- isches Recht. Open Access und Zeitschriftenkrise Diese Prozessflut beleuchtet aber nur die eine Seite des Problems. Wie die Verleger selbst in ihren Klageschriften erwähnen, hängt der gesamte Komplex des Kopienversands eng mit der sogenannten Zeitschriftenkrise zusammen. Im Wissenschaftsbereich erscheinen beständig neue Zeitschriften. Die jährli- che Preissteigerung bei den Abonnements liegt in manchen Wissenschafts- disziplinen im zweistelligen Prozentbereich. Da die Etats der Bibliotheken mit dieser Entwicklung nicht mehr mithalten können, müssen sie zwangsläufig immer mehr Zeitschriften-Abonnements kündigen. Die dadurch drohenden Nachteile bei der Informationsbeschaffung haben mittlerweile auch Wissen- schaft und Politik aufgeschreckt. Das bisherige System der Veröffentlichung wissenschaftlicher Ergebnisse durch kommerzielle Verlage wird zunehmend in Frage gestellt. Gleichzeitig hat eine breite Diskussion über alternative Lösun- gen eingesetzt. Bereits letztes Jahr unterzeichneten die großen Wissen- schaftsorganisationen die ,,Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissen- schaftlichem Wissen" (Open Access)9. Am 15. Juni 2004 gab die Europäische Kommission die Studie ,,Ein effizientes System für europäische wissenschaftliche Veröffentlichungen" in Auftrag10. Unter Bezugnahme auf sowohl die Berliner Erklärung über offenen Zugang, als auch die jährlichen Preissteigerungen bei den wissenschaftlichen Zeit- schriften, sowie der beständig sinkenden Kaufkraft der Bibliotheksetats soll die Studie aufzeigen, wie die Zukunft der gedruckten wissenschaftlichen Zeit- schriften aussieht, welche Gefahren für den Zugang zu Information durch Wissenschaftler aufgrund der steigenden Preise bestehen, und wie der freie Zugang zu Forschungsergebnissen gewährleistet werden kann. Schließlich soll die Studie gezielte Maßnahmen für eine Verbesserung der wissenschaftli- chen Informationsversorgung auf europäischer Ebene vorschlagen. Mit der Erarbeitung der Studie wurden die Freie Universität Brüssel und die Universi- tät Toulouse beauftragt. Ende Juli 2004 veröffentlichte das Science and Technology Committee des britischen Unterhauses seinen stark beachteten Report ,,Scientific Publicati- 9 BIBLIOTHEKSDIENST 37 (2003), S. 1497­1498. 10 http://www.europa.eu.int/comm/research/press/2004/pr1506en.cfm 1124 BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 9
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