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Volume Heft 9

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue38.2004 (Rights reserved)

Erwerbung THEMEN Fast noch deutlicher als im Falle der Geschichtswissenschaften zeigt es sich, dass das ,,Messinstrument" bzw. die Bezugsbasis, hier die Datenbank MUSE, gänzlich ungeeignet ist, auch nur einigermaßen verlässliche Aussagen über die Qualität des Bestandsaufbaus der zuständigen SSG-Bibliothek zu ma- chen. Und die Entscheidung, lediglich Monographien und deren Katalog- nachweis als alleiniges Kriterium zu berücksichtigen, stellt selbst in den ,,Buchwissenschaften" wie Geschichte und Musikwissenschaft eine unzuläs- sige Verkürzung der Problematik dar. Die Zeitschriftenliteratur muss unbedingt mit berücksichtigt werden. Eine jüngst von der BSB intern veranlasste Über- prüfung ihrer jeweiligen SSG-Bestände an der ZDB, um die Alleinbesitzquote zu ermitteln, zeigte für den Bereich der Musikwissenschaft, dass 66 % der in der ZDB als BSB-Bestand nachgewiesenen einschlägigen Zeitschriftentitel Alleinbesitz in Deutschland sind. Es ist sicherlich nicht vermessen an dieser Stelle festzustellen, dass die BSB mit ihrer seit Jahrzehnten praktizierten sys- tematischen, durch beträchtliche eigene Mittel ergänzten Erwerbungstätigkeit einen musikwissenschaftlichen Bestand aufgebaut hat, der in Europa seines- gleichen sucht und selbst den der British Library übertrifft. Fazit Zusammenfassend muss festgehalten werden, dass die Studie zumindest mit Blick auf die Geschichts- und Musikwissenschaft · deutliche methodische Mängel aufweist; · die Grundsätze des Sondersammelgebietsplans und dessen komplexes Zusammenspiel aus regionalen und fachlichen Komponenten sowie deren Rückwirkungen auf die Sammelaktivitäten der beteiligten Bibliotheken noch nicht einmal erwähnt, geschweige denn angemessen würdigt; · bibliographische Datenbanken (Historical Abstracts bzw. MUSE) als maßgebliche Referenznachweise heranzieht, die für eine Beurteilung der Sammlungstätigkeit in den beiden Sondersammelgebieten in keiner Weise als ,,autoritativ" angesehen werden können · die notwendige Transparenz vermissen lässt, so dass es unmöglich ist, einzelne Evaluierungsschritte nachzuvollziehen und/oder wichtige Teiler- gebnisse zu überprüfen; auf entsprechende gezielte Anfragen an den ver- antwortlichen Autor wurde bisher nicht geantwortet. Angesichts dieser bibliotheksfachlich allenfalls mit ,,mangelhaft" zu bewerten- den Arbeit grenzt es fast schon an Hybris, daraus auch noch weitreichende Schlussfolgerungen über die Qualität des Bestandsaufbaus an SSG-Biblio- theken insgesamt zu ziehen oder gar ­ wie es geschehen ist ­, mit dem Ausruf ,,Amerika, Du hast es besser" förmlich den Stab über Bibliotheken und die dort mit der sehr schwierigen SSG-Arbeit befassten KollegInnen zu brechen. Dieses Verdikt kehrt sich gegen die Autoren selbst. BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 9 1101
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