Path:
Volume Heft 9

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 38.2004 (Rights reserved)

THEMEN Erwerbung che Einschränkung. Noch bedenklicher ist, dass die Gesamtzahl der ver- zeichneten Einzelwerke ca. 3.000 Einheiten pro Erscheinungsjahr nicht über- schreitet. Dies ist auf keinen Fall repräsentativ und der Erscheinungsvielfalt des Fachs angemessen, wenn man bedenkt, dass alleine die deutsche Buch- produktion zur Geschichtswissenschaft diese Zahl mit ca. 5.700 Titeln/Jahr 7 erheblich übertrifft . Die Bibliographie hat somit den postulierten ,,autoritativen" Wert allenfalls für die Ermittlung unselbständiger historischer Fachliteratur inne. Im Hinblick auf das monographische Schrifttum liefert sie jedoch eher partielle und keines- wegs repräsentative Ergebnisse. Ein weiteres wesentliches, von den Autoren jedoch völlig unterschätztes oder zumindest nicht öffentlich gemachtes Problem bei der Entscheidung, die vor- stehend genannte Bibliographie zur Evaluierung des fachspezifischen Be- standes der Bayerischen Staatsbibliothek heranzuziehen, liegt in der inhalt- lich-sprachlichen Fokussierung der Bibliographie auf Regionen und/oder Themen, die entweder gar nicht oder nur sehr peripher den SSG-Sammel- auftrag der BSB berühren. Die ,,Historical Abstracts" verzeichnen Publikationen zur Geschichte aller Län- der außer USA und Kanada ab 1450 bis zur Gegenwart. Umfangreiche Be- rücksichtigung finden auch die Bereiche Medizin- und Technikgeschichte, Geschichte der Naturwissenschaften, sowie allgemeine Wirtschafts- und So- zialwissenschaften. Die Vor- und Frühgeschichte, die antike und mittelalterliche Geschichte finden dagegen gar keine Berücksichtigung, was mit Blick auf die vorstehend aufge- führten SSG-Sammelschwerpunkte der BSB und ihre einschlägigen Erwer- bungen natürlich ein gänzlich verzerrtes Bild der tatsächlich getätigten Erwer- bungen zur Folge hat. Nur am Rande sei hier vermerkt, dass die BSB seit Jah- ren die renommierte Datenbank zur Altertumswissenschaft ,,Gnomon Online" regelmäßig mit monographischen Titeldaten aus ihren Neuerwerbungen belie- fert. Eine wesentliche Einschränkung für die Brauchbarkeit der ,,Historical Abs- tracts" als Referenzwerk in diesem Zusammenhang bildet die oben schon er- wähnte ­ und von zahlreichen Fachwissenschaftlern seit geraumer Zeit mo- nierte ­ einseitige sprachliche Fokussierung auf Veröffentlichungen in Englisch bzw. aus der angloamerikanischen Welt. Verantwortlich ist dafür sicherlich insbesondere die Zusammensetzung des wissenschaftlichen Herausgeber- 7 Quelle: Buch und Buchhandel in Zahlen 2002. Hrsg. vom Börsenverein des Deut- schen Buchhandels e.V.. Frankfurt am Main, 2002. Für das Jahr 2001 wird die Titel- produktion in den historischen Fachdisziplinen in Deutschland mit 5.699 beziffert. 1096 BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 9
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.