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Volume Heft 9

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 38.2004 (Rights reserved)

Erschließung THEMEN und Abteilungsleitung forcieren den Einsatz von WebDewey. Erfahrene Klassi- fizierer weisen aber darauf hin, dass für Anfänger das gedruckte Exemplar un- abdingbar ist. Man kann sich durch die Arbeit mit der Druckausgabe einen besseren Überblick über die Struktur einer Klasse erarbeiten. Gerade dieser Sinn für den Überblick ist beim Einstieg besonders wichtig. In WebDewey ge- raten die höheren Hierarchieebenen ebenso wie Anweisungen und Hinweise nur durch Klicken und Scrollen ins Blickfeld. Man gibt sich dadurch vielleicht zu schnell mit einem punktuellen Suchergebnis zufrieden. WebDewey bildet also ein Potenzial, das in Phasen angehender Meisterschaft immer noch aus- geschöpft werden kann. Klassifizieren mit Dewey, ein Lernprozess Wie erlernen ,,junior classifier" in der Abteilung ihr Handwerk? Sie haben in den Bibliothekshochschulen ein umfassendes Wissen über Klassifikationen erworben, auf das die ,,DDC-Sozialisation" aufbauen kann. Ein ,,classroom training", in dem die theoretischen Grundlagen der Klassifikation vermittelt werden, wird daher nicht angeboten. Man konzentriert sich in der Abteilung auf die Methode des ,,personal reviewing" und geht in der Anlernphase sys- tematisch und behutsam ans Werk. Zunächst werden mit einem persönlichen Supervisor jene Klassen, die in den künftigen Betreuungsbereich des ,,Novi- zen" fallen, in systematischer und detaillierter Weise besprochen. So sind manche erfahrenen Klassifizierer der Ansicht, dass sich zum Beispiel die Klas- se 900 (Geographie, Geschichte) gut für einen Einstieg in die DDC eignet. Der Einstieg in das Regelwerk über diese Klasse ist schwierig und nützlich zugleich, weil sich in dieser Klasse wie in einem Brennglas die wichtigsten Regeln und Facetten der DDC konzentrieren. Viele der grundlegenden Anwei- sungen und Hinweise sind hier anzuwenden. Nach dieser Einschulung wird der ,,Novize" mit real existierenden Medieneinheiten in steigendem Schwierig- keitsgrad konfrontiert. In den ersten drei Monaten wird jede vergebene Nota- tion mit dem persönlichen Supervisor erörtert. Mit umfassenderer Regel- kenntnis und größerer Praxis nimmt die Intensität der persönlichen Betreuung ab. Gleichwohl besteht im Großraumbüro jederzeit die Möglichkeit zur ,,face- to-face-Kommunikation. Man kann davon ausgehen, dass neue Klassifizierer etwa nach einem Jahr in der Lage sind, in eigenständiger Weise größere Quantitäten an Medieneinheiten zu bewältigen. Neueinsteigern ist diese Kop- pelung von Regelwerkskenntnissen und Zeithorizonten der Ausbildung wohl bewusst. Der Lernprozess ist an den Praxisregeln, wie sie in der Decimal Classification Division praktiziert werden, orientiert. Aufgrund der Diversität der Medieneinheiten ist der Lernprozess intensiv und im Grunde nie abge- schlossen. Jedes neue Dokument kann auch erfahrenen Klassifizierern ein ge- rüttelt Maß an Reflexionszeit und Urteilskraft abverlangen. Lernen und Prakti- BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 9 1081
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