Path:
Volume Heft 9

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 38.2004 (Rights reserved)

THEMEN Ausland auf und gründete im März 1949 das ,,Midwest Inter-Library Center". Beteiligt an dem Gemeinschaftsunternehmen waren zehn Universitäten aus dem Mitt- leren Westen (z.B. Chicago, Illinois, Indiana, Kansas, Purdue, Northwestern), denen sich bald drei weitere anschlossen. Die University of Chicago stellte das Baugrundstück zur Verfügung, und die Carnegie- wie die Rockefeller- Stiftung machten einen Zuschuss in Höhe von insgesamt einer Million Dollar für die Baukosten verfügbar. Im August 1951 war das Gebäude fertiggestellt, und man begann mit der Belegung der Regalflächen. Die aus den 13 Mit- gliedsbibliotheken eingehenden Materialien wurden nach zwei Kategorien un- terteilt: das ,,Planned Program" umfasste Dissertationen, Amtsdruckschriften, Vorlesungsverzeichnisse, Zeitungen u.ä., während im ,,Miscellaneous Pro- gram" all das an Materialien zusammengefasst wurde, was nicht den definier- ten Publikationstypen entsprach. Da fast alle beteiligten Hochschulen mit Raumproblemen zu kämpfen hatten, ließ man die nicht mehr vor Ort benötig- ten Bestände auf schnellstem Wege nach Chicago bringen. Bereits 1955 war die Zahl von einer Million Bänden erreicht und 1964 der Bestand auf fast zwei Millionen Bände angewachsen. Der offensichtliche Erfolg des Speichermaga- zins ließ die Zahl der Mitgliedseinrichtungen bis zum Ende des Jahrzehnts auf 19 ansteigen, und zwei Jahre später traf man die Entscheidung, auch geogra- phisch keinerlei Beschränkungen für eine Mitgliedschaft mehr vorzusehen. Seither kann jede amerikanische Bibliothek dem Gemeinschaftsprojekt beitre- ten. Wenig später kam mit der University of Toronto auch das erste kanadi- sche Mitglied hinzu. Bereits seit den frühen 50er Jahren war neben die Übernahme und Verwah- rung von Literaturbeständen die gezielte Erwerbung von bisher nicht verfüg- baren Materialien getreten. Jede Mitgliedseinrichtung konnte Titelwünsche äußern und eine Erwerbung durch Mittel des Zentrums vorschlagen oder die genannten Werke durch die Bereitstellung eigener Finanzressourcen beschaf- fen lassen. Mitte der 50er Jahre setzte dann schon der Erwerb ganzer Mikro- filmsammlungen ein, etwa von englischsprachigen Literaturzeitschriften, fran- zösischen Dramen und ausländischen Zeitungen, und mit Finanzhilfen durch die National Science Foundation erwarb man ausländische Periodika in den Fächern Biologie und Chemie. Als Anfang der 60er Jahre deutlich wurde, dass die Beschränkung auf Mitgliedseinrichtungen in zehn oder zwölf Bundesstaa- ten sammlungspolitisch fragwürdig und längerfristig finanziell kaum tragbar war, setzte das Direktorium erneut eine Studiengruppe ein, um die längerfris- tigen Ziele des Zentrums zu bestimmen. Der im Juni 1964 vorgelegte Bericht gipfelte in der Empfehlung, den regionalen Charakter des Zentrums auf- zugeben und das Speichermagazin zu einer nationalen Einrichtung zu ma- chen. Um dies auch im Namen zu verdeutlichen, heißt die Speicherbibliothek seit Januar 1965 ,,Center für Research Libraries" (CRL). Zum neuen Leitungs- gremium wurde ein 16-köpfiges Beiratskollegium bestimmt, dem maximal 9 1036 BIBLIOTHEKSDIENST 38. Jg. (2004), H. 9
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.