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Volume Heft 3

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 37.2003 (Rights reserved)

Ausland THEMEN gen Verwendung von eigenen Schlagwortlisten der Bibliothek und den GCL ergeben. Thesauri sind also wieder in Mode ­ und zwar nicht mehr nur in Fachkreisen (wo sie eigentlich nie aus der Mode waren!), sondern nun als In- strument zur Erreichung der von höchster Stelle gewünschten Modernität, Transparenz, Aktualität, Zugänglichkeit, ,,inclusiveness" ­ kurz dem E- Government oder der E-Democracy, wie sich ja auch in Deutschland auf Lan- des- und Bundesebene angestrebt wird. Und die Situation in Deutschland? Es lohnt sich, vor diesem Hintergrund einmal das Internet-Angebot der Ministerien anzuschauen und nach ,,Regierungsdokumenten" zu recherchieren. Aus mei- ner zugegebenermaßen begrenzten Sicht einer hamburgischen Behörde ist die inhaltliche Auffindbarkeit von Fakten und Texten im Hamburg-Portal ham- burg.de dringend verbesserungsbedürftig. Bei der Erstellung von Schlagwort- listen und bei der Verschlagwortung wird in den Hamburgischen Internet- Redaktionen der Behörden bibliothekarisch-dokumentarisches Know-how nur höchst selten genutzt ­ was kein Wunder ist, da in der Regel Internet- Redaktion und Bibliothek/Informationsdienst nicht einmal den ersten Buchsta- ben ihres Organisationskürzels gemeinsam haben, d.h. ganz unterschiedlichen Organisationseinheiten angehören. Auch die Prüfung des neuen Internet- Portals deutschland.de nach Links zu Hamburgischen Adressen und Texten ergab Nachbesserungsbedarf. Da gegenüber ,,Externen" (und als das gilt bei deutschland.de ein schlichtes Landesparlament) auch die Suchalgorithmen nicht offen gelegt werden, sind Verbesserungen hier nur mühsam zu erreichen. E-Democracy? Das britische Beispiel könnte ein Anreiz sein, sich einmal mit Erschließungskonzepten an die Internet-Kollegen zu wenden und so vielleicht zu erreichen, dass in nicht allzu ferner Zukunft ein übergreifendes Erschlie- ßungsinstrumentarium fachkundig eingesetzt wird. Dazu noch eine Randnotiz: in der Diskussion zum Vortrag der Verfasserin über die Hamburgische Parla- mentsdatenbank wurde dem deutschen PARTHES/ANTHES-Konzept ein gro- ßes Interesse entgegengebracht. Zurück zum Seminar: die Präsentationen der Fachkolleginnen in den britischen Ministerien ließ den vorsichtigen Schluss zu, dass derzeit in England nicht nur die Thesauri bzw. eine intellektuelle inhaltliche Erschließung mit einem ge- meinsamen Instrumentarium für Internet-Zwecke wieder in Mode ist, sondern dass auch der Berufsstand der Bibliotheks-, Dokumentations- und Informati- onsfachleute stärker in Mode kommt oder ­ um es ökonomisch auszudrücken ­ sich auf dem Markt einer steigenden Nachfrage erfreut. Wie ist dies zu erklä- ren? BIBLIOTHEKSDIENST 37. Jg. (2003), H. 3 299
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