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Volume Heft 3

Full text: Bibliotheksdienst (Rights reserved) Issue 37.2003 (Rights reserved)

Ausland THEMEN hinzugefügt werden, dass nach einer Erhebung von 1998, noch fast 80% der Bibliotheken einen Etat von weniger als 15.000 Euro pro Jahr haben, 90% der Bibliotheken auf weniger als 500 qm Nutzfläche untergebracht sind, fast 90% der Bibliotheken von kleiner oder mittlerer Größe sind, nur drei Bibliotheken mehr als eine Million Medieneinheiten (ME) besitzen, mehr als ein Drittel kein Klassifizierungssystem benutzen und ca. zwei Drittel nicht automatisiert sind; 80% der Bibliotheken haben weniger als 500 Besucher im Monat und über 3 80% der Bibliotheken haben keinen Zugang zum Internet . Der im europäischen Vergleich niedrige Entwicklungsstand des griechischen Bibliothekswesens erklärt sich zum Teil auch daraus, dass im griechischen Bil- dungssystem Bibliotheken lange Zeit eine untergeordnete Rolle spielten. Der Besuch einer Bibliothek und selbständige Recherche wurde bei den Schülern nicht gefördert, da der prüfungsrelevante Lernstoff in jeweils einem vom Staat an alle Schüler kostenlos verteilten Unterrichtsbuch festgeschrieben war. Auch an der Universität wurde stark lehrbuchorientiert unterrichtet und selbständiges Arbeiten stand weniger im Vordergrund. In den letzten Jahren hat hier eine Umorientierung eingesetzt ­ z.B. durch das Programm ,,Erziehung 2000" (1998­99) ­, die ganz bewusst das Ziel verfolgt, diesen lehrbuchorientierten Ansatz des Erziehungswesens aufzubrechen. Konsequenterweise wurde diese Maßnahme durch die Neueinrichtung von 500 Schulbibliotheken begleitet. Auch eine verstärkte strukturelle Förderung der Universitätsbibliotheken durch Gelder des 2. Community Support Framework der Europäischen Union spie- gelt diese Trendwende deutlich. Strukturen Die wichtigste Rolle staatlicherseits für die Entwicklung des Bibliothekswesens spielt das Erziehungsministerium. Die zuständige Staatssekretärin ­ eine aus- gebildete Bibliothekarin, die auch an der bibliothekswissenschaftlichen Fakultät Korfu unterrichtet ­ mit ihrem kleinen Stab von Mitarbeitern betreut die 46 Staatlichen Öffentlichen Bibliotheken, die Nationalbibliothek, die Bibliotheken der 32 Hochschulen und Fachhochschulen, die Schulbibliotheken und die drei Ausbildungsstätten für Bibliothekare (zwei Fachhochschulen in Athen und Thessaloniki und eine universitäre Ausbildung in Korfu). Die Kommunalen Öf- fentlichen Bibliotheken unterstehen den Kommunen und werden in geringem Maße vom Innenministerium und dem Erziehungsministerium unterstützt. Dem Kultusministerium unterstehen keine Bibliotheken, aber das Nationale Buch- 3 1998 wurde zum ersten Mal eine Studie über Zahl und Situation der griechischen Bibliotheken in Auftrag gegeben. Federführung lag beim Nationalen Buchzentrum und der bibliothekswissenschaftlichen Fakultät der Universität Korfu. Siehe: Papa- zoglou: Changes, S. 159. BIBLIOTHEKSDIENST 37. Jg. (2003), H. 3 287
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